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Softwareunternehmer McAfee stirbt in spanischem Gefängnis

Von euronews
John McAfee
John McAfee   -   Copyright  Ng Han Guan/Copyright 2016 The Associated Press.
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John McAfee gilt als Pionier in Sachen Antivirus-Software. Wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung sollte er von Spanien an die USA ausgeliefert werden.

Der IT-Unternehmer John McAfee ist tot in seiner Zelle in einem Gefängnis in Barcelona aufgefunden worden. Laut Justizministerium deuten die Umstände auf einen Suizid hin. Das Sicherheitspersonal in der Justizvollzugsanstalt Brians 2 in der Nähe der nordöstlichen spanischen Stadt Barcelona versuchte, ihn wiederzubeleben. Das medizinische Team des Gefängnisses konnte aber nur noch seinen Tod feststellen, so eine Erklärung der katalanischen Regionalregierung.

Kurz zuvor hatte der Oberste Gerichtshof Spaniens entschieden, dass McAfee an die USA ausgeliefert werden kann. Der hatte in einer Anhörung Anfang des Monats argumentiert, die Anklage gegen ihn durch die Staatsanwälte in Tenessee sei politisch motiviert und dass er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen würde, wenn er in die USA ausgeliefert würde.

Der 75 Jahre alte McAfee saß seit Oktober vergangenen Jahres im Gefängnis. Er war von der Polizei in Barcelona verhaftet worden, von wo er in die Türkei fliegen wollte. Die amerikanische Justiz warf ihm vor, Vermögenswerte in seinen Steuererklärungen versteckt zu haben, darunter Immobilien und eine Jacht. Insgesamt soll es sich um mehr als 4 Millionen US-Dollar gehandelt haben.

Im März 2021 beschuldigte ihn die amerikanische Aufsichtsbehörde ausserdem, Einnahmen aus dem Handel mit Kryptowährungen in der Höhe von mehr als 23 Millionen US-Dollar nicht versteuert haben.

McAfee war ein Sicherheitssoftwarepionier, Anfang der 90 er domierte er den Markt. 1994 ging McAfee an die Börse, 1996 verkaufte er die letzten Anteile an der Firma. Das Vermögen der Firma wurde damals auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt.