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Nach Skandalen: Internationaler Boxverband AIBA will aufräumen

Von Andrew Robini  & Frank Weinert
Verbandspräsident Umar Kremlev im Oktober
Verbandspräsident Umar Kremlev im Oktober   -   Copyright  Alexander Zemlianichenko/ Associated Press
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Nach äußerst turbulenten Jahren setzt der Internationale Boxverband AIBA jetzt auf Reformen. Der aktuelle Präsident Umar Kremlev, der im Dezember gewählt wurde, beteuert, den Dachverband wieder auf eine solide finanzielle Basis stellen zu wollen. Viel Arbeit für ihn: Er muss sich mit Skandalen bei Kampfrichtern befassen. Das hat ihm das Internationale Olympische Komitee aufgetragen. Keine Reformen - keine Rückkehr zu Olympischen Spielen.

"Für die AIBA ist es wichtig, sich mit allen Altlasten auseinanderzusetzen und die Vergangenheit hinter uns zu lassen" so Kremlev. "Wir müssen eine Liste mit den Namen derjenigen vorlegen, die korrumpiert wurden, damit wir dieses Problem vollständig lösen können, es hinter uns lassen und sicherstellen, dass die Beteiligten in Zukunft nicht mehr Teil des Boxsports sein werden."

Betrugsopfer Roy Jones Jr.: "Gier verursacht Unfairness"

Er sei zuversichtlich, dass die AIBA nach den Spielen in Tokio wieder in der olympischen Familie willkommen geheißen werde, so Kremlev bei einer Pressekonferenz in Lausanne. Doch DopingforscherInnen haben ein gehöriges Wort mitzureden - etwa Professor Richard McLaren. Der Mann, der das ganze Ausmaß des russischen staatlich geförderten Dopings aufgedeckt hat. Er hat eine gründliche Untersuchung der Fehlentscheidungen bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 angekündigt.

Eines der Opfer: Der mehrfache Weltmeister Roy Jones Jr., der 1988 offensichtlich um den olympischen Titel im Mittelgewicht betrogen wurde. "Was mir bei den Olympischen Spielen in Seoul passiert ist, möchte ich nie mehr erleben", so Jones in Lausanne. "Gier verursacht Unfairness."

Ziele: Transparenz und Fairness

Die Reformen sind dringend nötig - so Euronews-Sportredakteur Andy Robini: "Der Wiederaufbauprozess der AIBA ist im Gange und ihr Präsident hat seine Absichten klar gemacht. Transparenz, Integrität und faire Kampfrichter sind die Hauptziele, die sich die AIBA gesetzt hat, um mit ihrer Vergangenheit umzugehen und nach vorne zu schauen."