Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Wiedererstarken der Taliban: Erste Länder schließen ihre Konsulate

Von Euronews mit dpa
euronews_icons_loading
Wiedererstarken der Taliban: Erste Länder schließen ihre Konsulate
Copyright  AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem US-Truppenabzug von der größten afghanischen Militärbasis in Bagram haben die ersten Länder ihre Konsulate im Norden Afghanistans geschlossen.

Die wiedererstarkten Taliban nutzen den Abzug der westlichen Streitkräfte und rücken offenbar in vielen Landesteilen vor. Im Norden ist inzwischen ein Bezirk nach dem anderen an die Taliban gefallen.

Dort, in Masar-e Scharif, haben der Iran und die Türkei ihre Vertretungen zugemacht und ihre Mitarbeiter in die sicherere Hauptstadt Kabul gebracht. Auch die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, dass das russische Konsulat in der Stadt aufgrund der instabilen Lage seine Tätigkeit eingestellt hat.

In den vergangenen zwei Tagen waren mehr 1.000 afghanische Soldaten vor den islamistischen Talibankämpfern über die Grenze in das Nachbarland Tadschikistan geflohen. Die zentralasiatische Republik Tadschikistan hat 20.000 Reservisten für den Schutz ihrer mehr als 900 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan mobilisiert.

Die tadschikischen Grenztruppen teilten mit, die Menschen seien als Zeichen guter nachbarschaftlicher Beziehungen ins Land gelassen worden.

Ein Viertel bis ein Drittel der Bezirke im Land sollen die Taliban seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen Anfang Mai bereits erobert haben.

Das Weiße Haus hat angekündigt, dass der Abzug der US-Truppen bis Ende August abgeschlosen sein soll.

War der Truppenabzug aus Bagram eine Nacht-und-Nebel-Aktion?

Die USA hätten den Stützpunkt in Bagram am Freitag Berichten zufolge verlassen, ohne den neuen afghanischen Kommandeur zu benachrichtigen, sagten afghanische Militärs.

Sie hätten das Gerücht gehört, dass die Amerikaner Bagram verlassen hätten und schließlich, um sieben Uhr morgens, selber gesehen, dass sie Bagram bereits verlassen hatten, wird General Mir Asadullah Kohistani zitiert.

Die afghanische Armee zeigte am Montag den weitläufigen Luftwaffenstützpunkt und gewährte damit einen seltenen ersten Einblick in das Epizentrum Kampfes gegen die Taliban und die Al-Qaida-Täter der Anschläge vom 11. September 2001.