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Abzug vom Hindukusch: Bundeswehr beendet Afghanistan-Einsatz

Von Euronews mit DPA / AFP
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Archivfoto (2019)
Archivfoto (2019)   -   Copyright  FARSHAD USYAN / AFP
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Die Bundeswehr hat ihren vor fast 20 Jahren begonnenen Einsatz in Afghanistan beendet. Die letzten verbliebenen deutschen Soldaten der Nato-Mission "Resolute Support" wurden am Dienstag von der Luftwaffe aus dem Feldlager in Masar-i-Scharif ausgeflogen

An Bord der Flugzeuge waren demnach auch die zur Absicherung des Lagers in den Norden Afghanistans verlegten Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Es wurde erwartet, dass die Soldaten am Mittwoch in Deutschland landen.

Internationaler Abzug begann Anfang Mai

Die Bundeswehr hatte den Abzug zuletzt deutlich vorantreiben müssen, nachdem die US-Regierung unter Präsident Joe Biden den Abzug beschleunigt hatte. Die USA als größter Truppensteller hatten sich zunächst auf einen Abzug bis zum 11. September festgelegt, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge des islamistischen Netzwerks Al-Kaida in den USA. Aus den USA wurde auf einen Abzug bis zum 4. Juli - dem US-Nationalfeiertag - gedrängt.

In Afghanistan hat sich die Sicherheitslage mit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen zugespitzt. Seit 1. Mai haben die militant-islamistischen Taliban etwa 90 der rund 400 Bezirke des Landes neu erobert. Unklar blieb bis zuletzt, ob es zu einem Angriff auf das Feldlager kommen würde. Die Bundeswehr hatte Verstärkung in das Lager gebracht.

Insgesamt rund 160.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten

Für die Bundeswehr bedeutete der Einsatz in Afghanistan ein neues Kapitel. Es war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und zur militärischen Unterstützung der USA aufgeschlagen worden.

Der Bundestag hatte am 22. Dezember 2001 das erste Afghanistan-Mandat verabschiedet. Im Januar 2002 trafen die ersten Kräfte in der Hauptstadt Kabul ein. "Am 14. Januar 2002 beteiligten sich erstmals deutsche Soldaten an einer Patrouille in der kriegszerstörten Stadt", erklärte die Bundeswehr rückblickend.

Seitdem waren rund 160.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten dort eingesetzt, in der Regel jeweils für vier bis sechs Monate. 59 von ihnen kamen ums Leben.

Deutschland war im Norden Afghanistans Führungsnation und in dieser Rolle bis zuletzt bei der Nato-Ausbildungsmission "Resolute Support" engagiert. Die Opposition und auch die Wehrbeauftragte Eva Högl haben wiederholt eine Evaluierung des Einsatzes gefordert, um erreichte Fortschritte und Misserfolge besser zu verstehen und Schlussfolgerungen für künftige und laufende Einsätze zu ziehen.