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47 Jahre nach der Teilung - Zypern bleibt Zankapfel

Von su mit dpa, AFP, Anadolu
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47 Jahre nach der Teilung - Zypern bleibt Zankapfel
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In Zypern haben die Menschen an die Teilung der Insel vor 47 Jahren erinnert. Im griechisch-zyprischen Süden heulten die Sirenen des Zivilschutzes. Damit wurde der Opfer der türkischen Militärintervention vom 20. Juli 1974 und der Vertreibung von rund 162.000 griechischen Zyprern aus
dem heute türkisch-zyprischen Norden gedacht.

In der nur von der Türkei anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) - etwa ein Drittel der Insel – wurde der Jahrestag der Intervention gefeiert, in Anwesenheit des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, so Medienberichte (griechisch-zyprischer und der türkisch-zyprischer Rundfunk „RIK“ und „BRT“). Im Norden wird die Intervention als Friedensaktion bezeichnet. Fünf Tage davor hatten griechisch-zyprische Nationalgardisten mit dem Ziel geputscht, die Insel mit Griechenland zu vereinigen.

Erdogan kündigte die umstrittene Teil-Öffnung des abgeschiedenen Teils der Hafenstadt Famagusta – Varosha – an, ehemals Touristenhochburg, seit der Invasion vor 47 Jahren eine Geisterstadt. Er sprach sich mehrfach für eine Zwei-Staaten-Lösung aus.

Recep Tayyip Erdogan, türkischer Präsident:

„Die griechischen Zyprioten bestehen darauf, einen maximalistischen, unaufrichtigen und unvollständigen Ansatz zu verfolgen, der von der Realität losgelöst ist […] Das Leben wird in Varosha neu beginnen ... in Einklang mit Eigentumsrechten wird Varosha geöffnet."

40.000 Zypern-Griechen waren dort vor der türkischen Armee geflüchtet – sie fürchten, entweder (unter türkischer Verwaltung) in ihre Häuser zurückkehren oder eine Entschädigung akzeptieren zu müssen.

Kommentar des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades: Erdogans Pläne verstießen gegen die Zypern-Resolutionen des UN-Sicherheitsrats:

"Das ist inakzeptabel. Es ändert den Status quo von Famagusta, der durch die Resolutionen des Sicherheitsrats definiert ist. Oder ist ein Versuch, das zu tun. Wir werden angemessen reagieren."

JOSEP BORREL

Der EU-Chef-Diplomat, Josep Borrel, nannte das Vorhaben eine inakzeptable einseitige Entscheidung und machte Ankara für die Lage in Varosha verantwortlich. Borrel forderte Respekt vor den Resolutionen des Sicherheitsrats sowie die sofortige Aufhebung aller Beschränkungen der UN-Friedenstruppe (UNFICYP).

KIRIAKOS MITSOTAKIS

47 Jahre nach der türkischen Invasion sei die Forderung nach einer fairen Lösung, Wiedervereinigung und dem Abzug aller Besatzungstruppen nach wie vor mächtig, so der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. In einem Facebook-Post forderte er die Türkei auf, auf Drohungen zu verzichten- sie würden nicht geduldet.

Ο χρόνος κυλά όμως κανείς δεν ξεχνά. Σαράντα επτά χρόνια απ’ την τουρκική εισβολή στην Κύπρο, τα τετελεσμένα του αίματος...

Posted by Kyriakos Mitsotakis on Tuesday, July 20, 2021

"20.07.1974: 47 Jahre nach der türkischen Invasion in Zypern. Die Zeit vergeht, aber keiner vergisst"

Zyperns Außenminister Nikos Christodulides informierte die P5-Botschafter (der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats) sowie die der 26 EU-Mitgliedstaaten. Zyperns Präsident Anastasiades hat für Mittwochmorgen eine Sitzung des Nationalrats gefordert, am selben Tag soll eine Klausurtagung des UN-Sicherheitsrats stattfinden.

su mit dpa, AFP, Anadolu