Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

"Total daneben": Deutscher Radtrainer (54) brüllt rassistischen Spruch

Access to the comments Kommentare
Von Kirsten Ripper mit dpa
Nikias Arndt, der von seinem Trainer in Tokio mit rassistischem Spruch angefeuert wurde
Nikias Arndt, der von seinem Trainer in Tokio mit rassistischem Spruch angefeuert wurde   -   Copyright  Tim de Waele/2021 Getty Images
Schriftgrösse Aa Aa

Im Internet macht die Szene die Runde. Im Live-Bericht der ARD von den Olympischen Spielen in Tokio feuert Leistungssportdirektor Patrick Moster den Radrennfahrer Nikias Arndt (29) mit einem rassistischen Spruch an. Der 54-jährige Trainer brüllt beim Einzelzeitfahren seinem Schützling hinterher: "Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber! Komm!"

Vor dem Kölner Nikias Arndt fahren zu diesem Zeitpunkt Azzedine Lagab aus Algerien und Amanuel Gebrezgabihier aus Eritrea.

"Das ist absolut unterirdisch"

ARD-Sportjournalist Florian Naß reagiert prompt: "Patrick Moster war derjenige, der da eben gerufen hat. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben. Da fehlen mir die Worte. So etwas hat im Sport überhaupt nichts verloren. Das ist absolut unterirdisch. Pardon, da fällt mir nichts ein. Und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig."

Später hat sich der Sportdirektor vom Bund Deutscher Radfahrer entschuldigt. "Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren", sagte Moster der dpa.

"Die Aussage ist nicht akzeptabel", erklärte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, Rudolf Scharping. Er kündigte Gespräche nach Olympia an, redete aber ähnlich wie Moster selbst vom "besonderen Stress" des Männer-Teams in Japan.

Nikias Arndt lag beim Zeitfahren am Ende auf Platz 19. Der Slowene Primoz Roglic gewann Gold vor dem Niederländer Tom Dumoulin und dem australischen Ex-Weltmeister Rohan Dennis.