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Demos für Aufnahme von Afghanen - "Die werden geschlachtet"

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Von Euronews  mit dpa
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Demonstrantinnen in Berlin
Demonstrantinnen in Berlin   -   Copyright  Markus Scholz/AP

Tausende Menschen haben in Deutschland für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan demonstriert. Protestaktionen gab es unter anderem in Berlin, Hamburg, Kiel, Siegen und Trier.

In Berlin versammelten sich rund 1.700 Menschen im strömenden Regen und forderten ein schnelles Ausfliegen von Ortskräften und anderen gefährdeten Personen wie Menschenrechtsaktivisten und Frauenrechtlerinnen.

"Es gab schon vor Monaten Anträge im Bundestag, sich darum zu kümmern, dass Leute evakuiert werden und es wurde einfach nichts getan", sagt eine Demonstrantin.  

"Ich sehe, dass so viele Menschen hier helfen wollen, etwas tun wollen, und die Regierung tut es nicht. Es gibt so viele Möglichkeiten zu helfen, und uns ist so wirksam geholfen worden mit der Luftbrücke hier in Berlin. Wir sind dran, wir sind dran zu helfen", sagt eine andere Frau. 

Grüne wollen mehr Menschen aus Afghanistan holen

Aufgerufen zu dem Protest hatte unter dem Motto "Afghanistan: Verantwortung übernehmen - Aufnahme jetzt!" ein Bündnis von Hilfsorganisationen, darunter Seebrücke, Pro Asyl und der Flüchtlingsrat Berlin.

Afghanische Verbände fordern seit Monaten, dass gefährdete Menschen aus Afghanistan geholt werden, sagte das Afghanische Kommunikations- und Kulturzentrum in Deutschland.

Grünen-Politiker hatten zuletzt gefordert, den Kreis der zu Evakuierenden zu erweitern und großzügig Menschen auf der Flucht vor dem Taliban-Regime Asyl zu ermöglichen. Union und SPD hielten sich zu dem Thema vorerst bedeckt.

Hunderstreik vor dem Auswärtigen Amt

Ein afghanischer Redner ist nach eigenen Angaben vor fünf Tagen vor dem Auswärtigen Amt in den Hungerstreik getreten. Es sagte, dass sein Bruder in Afghanistan neun Jahre lang für die Bundeswehr gearbeitet habe. Deutschland habe seinen Bruder sowie dessen Frau und Kinder im Stich gelassen. "Die werden geschlachtet."

Fast zwei Drittel der Bundesbürger sind nach einer Online-Umfrage dafür, bedrohten Menschen aus Afghanistan Schutz in Deutschland zu gewähren. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 63 Prozent der rund 1.000 Befragten dafür aus, dass die Bundesregierung Verfolgten helfen sollte.