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Krise in Afghanistan: G7-Staaten beraten sich in Videogipfel

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Von Euronews mit dpa
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US-Präsident Joe Biden und der britische Premier Boris Johnson (vorne) bei einem Gipfel
US-Präsident Joe Biden und der britische Premier Boris Johnson (vorne) bei einem Gipfel   -   Copyright  Phil Noble/AP Photo
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Die Staats- und Regierungschefs der G7 sowie Vertreter der EU beraten heute bei einem Sondergipfel über die Situation in Afghanistan. Teilnehmen sollen auch die Generalsekretäre der Nato und der Vereinten Nationen. Bei dem virtuellen Treffen soll es vor allem um die Evakuierungsmission in dem Land gehen.

Eine große Rolle dürfte die Frage spielen, ob die Evakuierungen über den 31. August hinaus fortgesetzt werden können. Die USA hatten eine Fortsetzung dessen nicht kategorisch ausgeschlossen, zugleich aber sehr deutlich gemacht, dass man hoffe, dass dies nicht notwendig sein werde.

Wie der Präsident bereits gesagt hat, glauben wir, dass wir bis zum 31. August jeden Amerikaner, der ausreisen will, herausholen können.
Jake Sullivan
Nationaler Sicherheitsberater der USA

Taliban: Rote Linie würde überschritten

Die Taliban lehnen eine Verlängerung eindeutig ab. Die festgesetzte Frist sei eine rote Linie, kündigten sie am Montag an. Eine Verlängerung würde bedeuten, dass die Besatzung ausgeweitet würde, erklärte Taliban-Sprecher Suhail Shaheen. Dies würde Misstrauen schaffen und eine Reaktion hervorrufen, hieß es.

Bei dem G7-Treffen solle auch die langfristige Entwicklung des Landes auf dem Programm stehen, erklärte die britische Regierung. Premierminister Boris Johnson wird die Sitzung leiten.

Außerdem soll es darum gehen, wie die Errungenschaften der vergangenen 20 Jahre geschützt werden könnten, vor allem im Hinblick auf die Bildung von Mädchen und die Rechte von Frauen und Minderheiten.

Bundesregierung: Gespräche über zivilen Weiterbetrieb des Kabuler Flughafens

Die Bundesregierung teilte mit, sich darum zu bemühen, Evakuierungsflüge auch für die Zeit nach dem geplanten Abzug der US-Truppen zu ermöglichen. Es würden mit den USA, der Türkei und den Taliban Gespräche geführt, um einen zivilen Weiterbetrieb des Flughafens für diesen Zweck zu erreichen, sagte deute Außenminister Heiko Maas am Montag. Darüber werde man auch weiter mit den Taliban sprechen müssen und tun dies auch tun, sagte Maas.

Erste Evakuierte treffen in den USA ein

Seit Mitte August hat das US-Militär zusammen mit den Truppen verbündeter Staaten bereits 48.000 Menschen ausgeflogen, das teilte das Weiße Haus mit. Bei den meisten Evakuierten handelt es sich um Afghaninnen und Afghanen, die für die US-Truppen gearbeitet hatten sowie deren Familien. Die ersten trafen mittlerweile in den USA ein.

Tausende von ihnen sollen während der Bearbeitung ihrer Visumsanträge auch auf US-Stützpunkten in Deutschland und anderen Staaten Europas untergebracht werden.