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Armin Laschet - der ungeliebte Mannschaftskapitän

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Von Kirsten Ripper
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Armin Laschet - der ungeliebte Mannschaftskapitän
Copyright  John MacDougall/MTI/MTVA
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Für Armin Laschet war die Kampagne vor der Bundestagswahl ein Kampf - wie beim Boxen und bei seinem Besuch des Box- und Tischtennis-Camps der Sportjugend Frankfurt. Und für den 60-jährigen CDU-Chef und Kanzlerkandidaten ist in den vergangenen Monaten vieles daneben gegangen. Der studierte Jurist und ehemalige Journalist ist in viele Fettnäpfchen getreten.

Die Union präsentierte im Frühjahr 2021 ein wochenlanges öffentliches Gezerre um die Kanzlerkandidatur - und auch nachdem sich der Regierungschef von Nordrhein-Westfalen gegen seinen Rivalen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt hatte, gab es immer wieder Forderungen, dass Bayerns Ministerpräsident Laschet ersetzen solle.

Keine gute Figur bei der Hochwasser-Katastrophe

Nach der Hochwasser-Katastrophe, die auch Laschets Bundesland Nordrhein-Westfalen schwer getroffen hatte, machte der CDU-Politiker keine gute Figur - während sein SPD-Widersacher - Finanzminister Olaf Scholz in den Umfragen aufholte. Laschets Lachen während einer Rede des Bundespräsidenten, sorgte für Kritik. In einem Tweet entschuldigte er sich danach:

"Diese Risiken werden in den nächsten Jahren immer wieder bestehen", sagte er bei einer Rede in dem vom Hochwasser betroffenen Gebiet. "Und der Wiederaufbau, da wo es öffentliche Infrastruktur ist oder Unternehmen wird auch bedeuten, dass in so einer Stadt Hochwasser resilient gebaut werden muss."

Armin Laschets Treffen mit Elon Musk in der geplanten Giga-Fabrik in Brandenburg bei Berlin sorgte ebenfalls für Kritik. Umweltaktivistinnen und -aktivisten setzen sich gegen das Mega-Projekt ein, weil es enorm viel Wasser verbraucht.

Schlingerkurs in der Corona-Pandemie

In der Corona-Pandemie geriet Laschet nicht nur wegen seines Schlingerkurses zwischen Maßnahmen und Lockerungen in die Kritik, sondern auch, weil sein Sohn Joe Laschet einen Maskendeal mit einem Modehersteller eingefädelt hatte.

Laschet - kein Mann der perfekten Inszenierung

Als CDU-Chef hatte sich Laschet durchgesetzt, indem er über seinen Vater sprach, der Bergarbeiter war, Laschet beschrieb sich selbst mit den Worten: "Ich bin vielleicht nicht der Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet". Vor seiner Partei warb er um Unterstützung:

"Es gibt viele Menschen, die vor allem Angela Merkel gut finden und erst danach die CDU. Das Ansehen der Bundeskanzlerin bei den Menschen hier und international lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Vertrauen. Dieses Vertrauen brauchen wir jetzt als Partei - und dieses Vertrauen wird einem nicht geschenkt, wird einem auch nicht vererbt, kann man auch nicht eben mal weitergeben. Dieses Vertrauen muss man sich erarbeiten."

Er erklärte auch, Deutschland brauche keinen CEO, aber einen Mannschaftskapitän.

Im Wahlkampf haben sich Angela Merkel und Markus Söder zwar hinter Armin Laschet gestellt, wahre Begeisterung für den Kanzlerkandidaten kam aber nicht auf.