Puigdemont: frei und glücklich in "Klein Barcelona"

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Von Euronews
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Der katalanische Separatistenpolitiker nutzt die Aufmerksamkeit, die seine kurzzeitige Festnahme ihm gebracht hat.

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Carles Puigdemont in Freiheit, der katalanische Separatistenpolitiker scheint die jüngste Welle der Popularität sichtlich zu genießen. Der Besuch des Städtchens Alghero auf Sardinien, da, wo er am Donnerstag festgenommen worden war, ist für den Katalanen auch eine symbolträchtige Geste: In Alghero, auch "Klein Barcelona" genannt, spricht ein großer Teil der Bevölkerung einen katalanischen Dialekt.

"Alghero ist zutiefst mit der katalanischen Kultur und Sprache verbunden. Für mich ist es sehr wichtig, heute hier zu sein – und das in Freiheit. Ich bin es gewohnt, von Spanien verfolgt zu werden. Am Ende ist es aber immer das Selbe: Ich bin frei und kämpfe weiter."

Provozierte Festnahme

Puigdemont könnte die Festnahme sogar provoziert und mit seiner sofortigen Freilassung gerechnet haben, meinen einzelne Beobachter. Für Fulco Lanchester, ein italienischer Professor und Experte für Verfassungsrecht an der Universität La Sapienza in Rom, ist die Sache ganz klar: "Meiner Meinung nach war das eine bewusste Aktion Puigdemonts, um auf seine Sache aufmerksam zu machen. Er ist ein kalkuliertes Risiko eingegangen, um die Öffentlichkeit zu suchen."

Öffentlichkeit kann Puigdemont gut gebrauchen. Der derzeitige Chef der Regionalregierung in Barcelona, Pere Aragonès, gilt als gemäßigter als sein Vorgänger Puigdemont. Aragonès verhandelt mit der Regierung in Madrid. Der Hardliner Puigdemont bleibt dabei weitgehend außen vor.

Aufmerksamkeit bekommt aber auch sein Kampf um die Immunität vor Strafverfolgung. Carles Puigdemont ist EU-Parlamentsabgeordneter, die parlamentarische Immunität wurde ihm jedoch aberkannt. Eine endgültige Gerichtsentscheidung darüber steht jedoch noch aus. Sein Anwalt Simon Bekaert erklärte, der Europäische Gerichtshof habe deutlich gemacht, dass Puigdemont bis zu einer endgültigen Klärung des Rechtsstreitigkeiten weder festgenommen noch ausgeliefert werden sollte. Damit im Hinterkopf könnte Puigdemont der Festnahme auf Sardinien gelassen entgegengesehen haben.

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