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Rechtspopulisten und Liberale profitieren von ÖVP-Krise

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Von Euronews mit dpa, DER STANDARD
Österreichs neuer Bundeskanzler Alexander Schallenberg
Österreichs neuer Bundeskanzler Alexander Schallenberg   -   Copyright  Lisa Leutner/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Einer aktuellen Umfrage des STANDARD zufolge hat die ÖVP nach dem Skandal um Ex-Kanzler Sebastian Kurz ordentlich Federn gelassen. Profitiert haben vor allem die Rechtpopulisten von der FPÖ und Österreichs Liberalen, die NEOS.

Nach der "Sonntagsumfrage" der österreichischen Zeitung rutschte die ÖVP von 31 Prozent im August auf 27 Prozent ab. Bei der Nationalratswahl vor zwei Jahren waren es noch 37,46 Prozent, sie verliere also rund zehn Prozentpunkte oder etwa jeden vierten Wähler, erklären die Verfasser.

Allerdings bleibe die ÖVP in der Hochrechnung die stärkste Partei, allerdings nur noch mit zwei Prozentpunkten Abstand zu den Sozialdemokraten, die bei 25 Prozent lägen.

Auch die Grünen verlieren - Zugewinne für die FPÖ

Die stärksten Zugewinne in der aktuellen Sonntagsfrage kann die rechtspopulistische FPÖ verbuchen. Es wird vermutet, dass die ÖVP stark an die derzeit Unentschlossenen beziehungsweise potenziellen Nichtwähler verloren habe. 77 Prozent der ÖVP-Wähler gaben an, dass das Image der Partei unter den aktuellen Vorkommnisse gelitten habe.

Aber auch an den Grünen geht der Skandal um ihren Koalitionspartner nicht spurlos vorbei. Sie rutschten von 13 auf 11 Prozent ab. Jeder zweite Wahlberechtigte sehe die Partei laut Umfrage als geschwächt an, mit Ausnahme der eigenen Wähler, die die Grünen mehrheitlich als gestärkt sehen.

Die Liberalen, die NEOS, hingegen, würden ihren Erfolgstrend fortsetzen und die Grünen mit 13 Prozent erstmals seit der Nationalratswahl überholen.

Die Umfrage wurde von Montagnachmittag bis Dienstagabend online mit 800 Teilnehmern durchgeführt.

U-Ausschuss zum Korruptionsverdacht gegen regierende ÖVP

Nach der Staatsanwaltschaft will nun auch das Parlament die umstrittenen Vorgänge rund um Ex-Kanzler Sebastian Kurz durchleuchten.

Der "ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss" solle idealerweise im November eingesetzt werden, erklärten Vertreter der Opposition am Mittwoch in Wien. Es sei bisher nur die Spitze des Eisbergs sichtbar geworden, sagte der SPÖ-Abgeordnete Jan Krainer.

Die Parlamentarier wollen wissen, ob der ehemalige Regierungschef seinen Aufstieg mit geschönten Umfragen befördert hat, es zu Postenschacher gekommen ist und wie weit Einfluss auf Ermittlungen der Justiz genommen wurde. Damit werden alte Vorwürfe aus dem abgeschlossenen Ibiza-Untersuchungsausschuss sowie neue Verdachtsmomente thematisiert.