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Konflikt um Fischerei-Lizenzen: Paris droht London offen mit Vergeltung

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Von Euronews mit AFP, AP
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Symbolfoto Fischfang in Boulogne-sur-Mer Dezember 2020
Symbolfoto Fischfang in Boulogne-sur-Mer Dezember 2020   -   Copyright  Michel Spingler/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Nicht nur im Hafen von Granville in der Normandie dümpeln viele Fischerboote in Wartestellung, denn im Streit zwischen Frankreich und Großbritannien um Fischereirechte bleiben die Fronten verhärtet.

Die Regierung in Paris kündigte jetzt Vergeltungsmaßnahmen an, sollte sich London weiterhin weigern, das Post-Brexit-Handelsabkommen umzusetzen.

Regierungssprecher Gabriel Attal beklagte: "Die Linie, die heute von den britischen Behörden verfolgt wird, ist inakzeptabel, weil sie sich nicht an die Vereinbarung hält, die im Zusammenhang mit dem Brexit unterzeichnet wurde. Wir, Frankreich, haben immer auf alle Anfragen geantwortet haben, wir haben immer alle Dokumente vorgelegt, die angefordert wurden. Unsere Fischer, unsere Berufsfischereiorganisationen haben sich absolut bewundernswert und äußerst geduldig verhalten, denn natürlich ist diese Situation für die Fischer, die einfach nur weiterarbeiten wollen, ein Grund für kolossale Ängste."

Großbritannien und die Kanalinsel Jersey haben nach Angaben der französischen Regierung Dutzende Anträge von französischen Fischern für Fanglizenzen abgelehnt. Viele Fischer warten seit dem Frühjahr auf eine Bewilligung, in britischen Gewässern auf Beutezug zu gehen. Sie sehen ihre Existenz gefährdet. Deshalb schlagen die politischen Wellen hoch.

Die Bürgermeisterin von Armanville in der Normandie drohte, ein 90.000-Volt-Kabel zu kappen, das Jersey mit Strom versorgt. Zuvor hatte bereits der französische Europaminister Clément Beaune Kürzungen der Energielieferungen nach Jersey in Betracht gezogen.

Großbritannien ist gemäß des Post-Brexit-Abkommens verpflichtet, in seinen Gewässern EU-Fischer zuzulassen, die dort bereits seit 2012 tätig sind. Die Nachweise dafür zu beschaffen sei schwierig, beklagen französische Fischer.