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Wer tritt gegen Orban an? Ungarns Opposition wählt Spitzenkandidaten

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Von Euronews  mit DPA
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Wer tritt gegen Orban an? Ungarns Opposition wählt Spitzenkandidaten
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Die ungarische Opposition sucht ihren Spitzenkandidaten, der oder die bei den Wahlen im nächsten Frühjahr gegen Ministerpräsident Viktor Orbán antreten wird.

Zwei BewerberInnen haben es in die zweite Runde der internen Vorwahlen geschafft, die an diesem Wochenende zu Ende gehen, Peter Maki-Zay und Klara Dobrev. Letztere kam in der ersten Runde auf 35 Prozent und gilt als Favoritin.

"Ungarn braucht eine linke Politik"

Die Wirtschaftswissenschaftlerin gehört der linken Demokratischen Koalition (DK) an, ist seit 2019 Europaabgeordnete in der Fraktion der Sozialdemokraten) und zudem Vizepräsidentin des EU-Parlaments. Sie sagt: "Ungarn braucht eine linke Politik, eine sozialdemokratische Politik. Nach 12 Jahren rechter Fidesz-Regierung sind die Ungerechtigkeiten in diesem Land unerträglich geworden und dürfen nicht weiter zunehmen.

Wir geben weniger als der EU-Durchschnitt für Gesundheit, Bildung, Renten und soziale Maßnahmen aus und viel mehr für Korruptionsgelder, die als Wirtschaftsförderung getarnt werden, oder für individuelle Subventionen."

Ein Kandidat, der alle Wähler anspricht

Dobrevs Konkurrent ist Péter Márki-Zay, ein parteiloser Bürgerlicher und Bürgermeister der Stadt Hodmezövasarhely. In der ersten Vorwahlrunde erreichte er mit 20 Prozent nur Platz drei.

Dass er dennoch im Rennen ist, hat er dem Rückzug des Budapester Oberbürgermeister Gergely Karácsony zu verdanken, der überraschend das Handtuch warf, aber seine AnhängerInnen aufforderte, Péter Márki-Zay zu unterstützen.

Der 49-Jährige sagt von sich selbst, er sei der einzige Kandidat, der alle Kräfte hinter sich vereinen könne. "Viktor Orbán gegenüber habe ich die besseren Chancen als Vertreter eines geeinten Teams, zu dem auch Gergely Karácsony gehört, im April 2022 die Menschen zu erreichen, die vielleicht nicht für einen linken Kandidaten stimmen würden."

Der Konservative Péter Márki-Zay, ist praktizierender Katholik, hat 7 Kinder und lebte mehrere Jahre in den USA und Kanada.

2018 sorgte er für eine Sensation, als es ihm überraschend gelang, bei Nachwahlen das Bürgermeisteramt in der Fidesz-Hochburg Hodmezövasarhely zu erobern. Ob ihn derselbe Coup gegen Orban gelingen könnte, ist fraglich.

Ganz gleich, wer die Vorwahlen gewinnt: Erstmals in der Geschichte Ungarns wird ein Spitzenkandidat auf diese Weise bestimmt, von einer breiten Koalition aus sechs politischen Parteien, mit dem Ziel, die Dominanz Orbans und seiner Fidesz-Partei nach über einem Jahrzehnt in der ungarischen Politik zu beenden.