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Showdown um Fangrechte im Ärmelkanal

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Von Stefan Grobe  & Efi Koutsokosta
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Showdown um Fangrechte im Ärmelkanal
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Großbritannien und Frankreich streiten sich wieder einmal über Fisch. Im Brexit-Abkommen stimmten London und Brüssel einer Regelung zu, wonach Fanglizenzen an die Boote vergeben werden, die nachweislich schon seit Jahren in den jeweils anderen Hoheitsgewässern gefischt haben. Doch Streit gibt es, wie viele Beweise vorgelegt werden müssen.

Dies führte zu bösem Blut in Frankreich, weil britische Behörden Anträge französischer Fischer abwiesen, in den Fanggründen um die Kanalinseln zu fischen. Ein Sturm im Wasserglas - denn Fisch macht nur 0,1 Prozent der britischen Wirtschaft und sogar nur 0,06 Prozent der französischen aus. Warum also diese Aufregung?

Nach rein wirtschaftlichen Kriterien sei die Fischerei schlicht irrelevant, nicht aber nach politischen, sagt Anand Menon vom King's College in London. Staatspräsident Macron stehe im Wahlkampf, und Boris Johnson stehe bei den Wählern in der Schuld, die sich lange Zeit vernachlässigt gefühlt hätten - eben die Bevölkerung auf den Kanalinseln und in Küstenorten. Es wäre also seltsam, wenn Johnson nun die Regionen nicht unterstützte, denen er Versprechungen gemacht habe.

Dennoch könnte dieser neue Streit zu einem Handelskrieg ausarten und das Verhältnis Großbritanniens zur EU nachhaltig beschädigen. Zwar will niemand einen Handelskrieg, aber Unfälle und Zufälligkeiten passieren immer wieder.

Es sei interessant zu beobachten, das dieser Streit bilateral zwischen London und Paris ausgetragen werde und nicht durch den Mechanismus der Handels- und Kooperationsvereinbarung, so Menon. Und gegen genau den hätten die Briten verstoßen, heißt es auf französischer Seite. Sollte es aber einen Handelskrieg geben, dann müsste dieser durch den Vergeltungsmechanismus der Vereinbarung ausgelöst werden und nicht allein von Frankreich.

Wohl auch deshalb drängt Paris in Brüssel auf eine entschiedene Gegenantwort. Doch die EU findet sich in der unangenehmen Rolle zwischen einem Ex-Mitglied und einem Gründungsmitglied wieder. Doch dies dürfte nur eines von vielen kniffligen Brexit-Problemen werden.