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Impfskandal mit gefälschten Zertifikaten und betrogenen Betrügern

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Von Euronews  mit Keep Talking Greece/Blick.Ch
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Überprüfung am Eingang eines Geschäfts in Athen
Überprüfung am Eingang eines Geschäfts in Athen   -   Copyright  Yorgos Karahalis/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

Der Skandal um gefälschte Impfzertifikate in Griechenland zieht immer weitere Kreise. Laut griechischen Medien sollen über 100.000 Impfgegner sowie 200 bis 300 Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal in den massiven Betrug involviert gewesen sein - gegen ein Bestechungsgeld rund 400 Euro.

Dutzende Impfzentren im ganzen Land sind betroffen. Dabei wurden offenbar nicht nur unrechtmäßig Impfbescheinigungen ausgestellt, sondern regelrecht falsche Impfungen durchgeführt.

Allerdings sollen einige Mediziner statt der Kochsalzlösung eine echte Impfdosis gespritzt - also quasi die Betrüger betrogen haben. Das ganze Ausmaß ist noch nicht abzusehen.

In einem ersten Fall hat die Staatsanwaltschaft von Karditsa in Mittelgriechenland Anklage gegen knapp 50 Personen wegen Geldwäsche und Gründung einer kriminellen Vereinigung erhoben.

Weitere Verfahren dürften folgen, in anderen Teilen Griechenlands sind Ermittlungen wegen gefälschter Impfnachweise noch im Gange.

Wie hoch die Durchimpfungsrate in Griechenland wirklich?

Der Betrug kam im September ans Licht, als die Behörden feststellten, dass im Gesundheitszentrum der 6000-Einwohnerstadt Palamas mehr als 40.000 Impfungen durchgeführt worden waren.

Problematisch an der Sache ist, dass nun noch etwas unklarer ist, wie viele Menschen eigentlich tatsächlichen Impfschutz genießen - und viele nur so tun als ob.

Rein theoretisch könnten die betrogenen Betrüger die Ärzte wegen einer medizinischen Behandlung ohne ihre Zustimmung verklagen.

Allerdings müssten sie dann zugeben, dass sie bestochen haben, um einen gefälschten Impfpass zu erhalten. Wohl eher unwahrscheinlich.

In Griechenland dürfen Ungeimpfte öffentliche Einrichtungen nur noch mit einem negativen Test besuchen. Diese Regel gilt selbst für Behördengänge. Ausgenommen davon: Supermärkte und Apotheken. Zudem müssen ungeimpfte Arbeitnehmer pro Woche zwei negative Tests vorlegen.