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Bespuckt und beschimpft: Virales Video zeigt Rassismus in Berlin - kleines Kind mit dabei

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Von Euronews
Betroffener filmt rassistischen Angriff gegen sich und seine Tochter
Betroffener filmt rassistischen Angriff gegen sich und seine Tochter   -   Copyright  Twitter @spicer_k

Vor der Volkshochschule in Berlin Lichtenberg hat ein Mann, der sein kleines Kind mit dabei hatte, eine rassistische Anfeindung gegen sich und das Kind mit dem Handy gefilmt - und dann auf Twitter gestellt.

Adegbayi Balogum, der sich @spicer_k nennt, schreibt dazu: "Das habe ich heute erlebt #Berlin #Lichtenberg #Germany*. Und er fragt an die Adresse der @polizeiberlin "wäre eine Anzeige hier möglich oder bringt nix".

Tatsächlich beschimpft die Frau den jungen Mann und dessen Kind in dem Video aufs Übelste und versucht die beiden zu bespucken.

Einige Stunden später hat die auf Twitter sehr aktive Polizei Berlin reagiert.

Und drei Tage später berichten die Ordnungshüter, die Tatverdächtige sei vom Landeskriminalamt ausfindig gemacht worden. Sie sei der Polizei wegen ähnlicher Delikte bereits bekannt.

Die Autorin Jasmina Kuhnke, die in dem Roman "Schwarzes Herz" ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus und häuslicher Gewalt eindringlich schildet, beklagt, dass die Polizei den Angriff als "fremdenfeindlich" bezeichnet. Denn "davon auszugehen, dass der Betroffene „fremd“ ist, weil er Schwarz ist, ist durchaus ebenfalls rassistisch. Es ist angebracht Rassismus als ebensolchen zu benennen."

Inzwischen hat der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Adegbayi Balogun, der aus Nigeria kommt, eingeladen - und ein Foto des Treffens veröffentlicht.

Die Berliner Presse und andere Medien hatten zuvor über die rassistische Anfeindung berichtet.

Im gerade veröffentlichten sogenannten "Afrozensus" geht es um Anti-Schwarze Rassismuserfahrungen und Engagement Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland.

Die meisten der Befragten sind übrigens in Deutschland geboren, aber dennoch vom Alltagsrassismus betroffen.

Und wenn die Betroffenen ihre Rassismus-Erfahrungen schildern, wird ihnen oft nicht geglaubt. Und sogar die Autorinnen und Autoren der Studie werden im Internet angefeindet.

Im Fall von Berlin Lichtenberg hat das Video dafür gesorgt, dass die Justiz aktiv wurde.