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Eine Gefahr für Macron? Wer ist die konservative Valérie Pécresse (54)

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Von Kirsten Ripper  & Euronews  mit AFP, AP
Konservative Valérie Pecresse im November 2021
Konservative Valérie Pecresse im November 2021   -   Copyright  Ludovic Marin/AP

In Paris ist sie seit Jahren eine Art Gegenspielerin der sozialistischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo (62). Jetzt hat sich Valérie Pécresse, die Präsidentin der Hauptstadt-Region Ile de France, überraschend in der Online-Abstimmung der Mitglieder der konservativen Partei "Les Républicains" gegen ihre männlichen Gegenkandidaten durchgesetzt. Sie kam auf 61 Prozent der Stimmen in der Stichwahl gegen Rechtsaußen-Bewerber Eric Ciotti (56) aus Nizza.

Präsident Emmanuel Macron hatte - wie viele andere - wohl damit gerechnet, dass Xavier Bertrand (56) gegen ihn antreten würde. Doch der Regionalpolitiker kam in der ersten Runde der Urwahl im Internet mit 22,4 Prozent nur auf Platz 4. Und Bertrand gab dann eine Wahlempfehlung für Pécresse ab - ebenso wie Ex-Außenminister und Ex-EU-Brexit-Unterhändler Michel Barnier, der auf Platz 3 ausgeschieden war.

Valérie Pécresse - die unter Nicolas Sarkozy Haushalts- und Bildungsministerin war - hatte die konservative Partei vor einigen Jahren wegen des Rechtsaußen-Parteichefs Laurent Wauquiez verlassen. Seit 2019 ist Wauquiez nicht mehr an der Spitze von "Les Républicains", aber erst 2021 kehrte Pécresse zurück zu den Konservativen, die in den vergangenen Jahren mehrmals den Namen der Partei geändert hatten.

Politikbeobachter:innen in Frankreich meinen, dass Pécresse eher Macron Stimmen kosten könne, während der weiter rechts stehende Gegenkandidat Eric Ciotti unter Anhängerinnen und Anhängern von Marine Le Pen hätte punkten können.

Dennoch vertritt Pécresse in Sachen Sicherheitspolitik und Immigration eine härtere Haltung als der aktuelle Präsident. Auf Twitter schreibt die Politikeri, sie habe ein Projekt des "klaren Wechsels" mit offen rechten Positionen.

Wie Emmanuel Macron - und viele andere hochrangige Politiker:innen in Frankreich - hat Valérie Pécresse die Elite-Hochschule ENA absolviert, doch sie hat auch Wirtschaft studiert, mit 16 Jahren Abitur gemacht und in einem Feriencamp der kommunistischen Jugend auf Jalta Russisch gelernt.

Ihre politischen Ambitionen gefördert hatte Altpräsident Jacques Chirac. Der 2006 verstorbene Großvater von Valérie Pécresse, der Psychiater Louis Bertagna, hatte Chiracs an Anorexie leidende Tochter Laurence behandelt.

In Paris hatte sich Pécresse gegen mehrere Umweltprojekte der Bürgermeisterin Anne Hidalgo eingesetzt- als eine Art Interessenvertreterin der Autofahrerinnen und Autofahrer.

Pécresse ist Mutter von drei Kindern - einer Tochter und zwei Söhnen. Sie kommt aus dem schicken Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine im Westen von Paris, in dem Nicolas Sarkozy einst Bürgermeister war.

Danach befragt, an wen sie als erstes denken würde, wenn sie zur Präsidentin gewählt würde, nannte Valérie Pécresse ihren Ehemann, mit dem sie seit 1994 verheiratet ist. Der Geschäftsmann Jérôme Pécresse habe ihre Karriere immer unterstützt.