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"SA-Methoden": Thüringens Ministerpräsident wettert gegen Protestmärsche

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Von Euronews  mit dpa
Bodo Ramelow rückt während einer Parlamentssitzung seine Brille zurecht, 20.02.2021
Bodo Ramelow rückt während einer Parlamentssitzung seine Brille zurecht, 20.02.2021   -   Copyright  Michael Reichel/dpa via AP

Nach Aufrufen zu einer Corona-Demonstration vor dem Haus von Innenminister Georg Maier (SPD) hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mit Entsetzen reagiert. 

Er nannte es "unerträglich", dass Menschen dazu aufriefen, "vor den Privathäusern von Verantwortungsträgern 'aufzumarschieren'", so Ramelow. Dieses Vorgehen erinnere ihn "fatal an die Methoden der SA". Die "Sturmabteilung" war eine paramilitärische Kämpfertruppe, die die Nationalsozialisten unterstützte.

Zuvor war bekannt geworden, dass in sozialen Netzwerken Aufrufe zu einem Protest vor dem Privathaus des SPD-Politikers kursierten. Die zuständige Polizei bestätigte, dass man den Sachverhalt derzeit überprüfe.

Ramelow rief die Menschen in Thüringen dazu auf, sich nicht an derartigen Veranstaltungen zu beteiligen. Sie dienten nur dazu, Gewalt und Einschüchterung zu schüren. "Wehren Sie sich gegen diese Vereinnahmung durch Personen, denen es überhaupt nicht um Sorgen durchs Impfen geht", so Ramelow weiter.  

Erst in den vergangenen Wochen war der benachbarte Freistaat Sachsen wegen organisierte Fackelmärsche in die Negativschlagzeilen geraten. So war eine der rechtsextremen Szene zugerechnete Gruppe vor dem Wohnhaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) aufmarschiert. Die "Freien Sachsen", so der Name der Gruppe, sprachen von einem "Bürgerprotest". 

Mitte Dezember waren in einer Telegram-Chatgruppe Morddrohungen gegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Zusammenhang mit einer Corona-Impfpflicht aufgetaucht. Bei einer darauffolgenden Razzia in Dresden konnten die Polizei und Sondereinsatzkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen Waffen und Armbrüste sicherstellen.