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30 "Querdenker" überraschen Kretschmer beim Schnee-Schippen

Schnee in Sachsen - Symbolbild
Schnee in Sachsen - Symbolbild   -   Copyright  RONNY HARTMANN/AFP
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Besuch von "Corona-Rebellen"

Am Sonntag Vormittag hat eine Gruppe von etwa 30 Leuten, die sich selbst als "Corona-Rebellen" bezeichnen vor dem Haus des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer protestiert. Auf ihren Schildern konnte man lesen: "Wer Völkermord betreibt, hat das eigene Lebensrecht verwirkt”, und auch: „Rücktritt und Verhaftung sofort!”. Die Leugner der Corona-Pandemie, die diese immer wieder mit einer Grippe vergleichen, hatten sich offenbar über den Messengerdienst Telegram zu der Aktion verabredet.

Sie überraschten Kretschmer beim Schnee schippen. Der CDU-Politiker ließ sich auf ein Gespräch am Gartenzaun ein. Er war der Einzige, der einen Mund-Nasen-Schutz trug. Gleich zu Beginn der Diskussion forderte ein Mann Kretschmer auf, den Lockdown "sofort zu beenden" und verglich die weltweite Pandemie mit den Gefahren einer Grippe-Erkrankung. Kretschmer berichtete über die angespannte Lage in den Intensivstationen und die Todesfälle in Altenheimen der Region.

Kretschmer brach das Gespräch nach 20 Minuten ab

"Es war für mich keine bedrohliche Situation. Es ist mir wichtig mit den Menschen zu reden, in der Hoffnung, sie zu überzeugen", sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. Als jedoch eine Frau demonstrativ ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, sei für ihn eine Grenze erreicht gewesen. "Dann habe ich das Gespräch abgebrochen. Das ging zu weit", sagte der 45-Jährige.

Schon im Sommer hatte Kretschmer dadurch für Kritk gesorgt, dass der CDU-Politiker das Gespräch mit Corona-Leugnern suchte. Noch im Dezember hatte Kretschmer vor "Hysterie in einer ernsten Zeit" gewarnt: "Gerade in einer solchen Zeit ist nichts gewonnen mit Hektik oder Hysterie. Gerade in dieser Zeit braucht es entschlossenes, aber eben sehr ruhiges und überlegtes Handeln."

Am Sonntag nahm die Polizei vor Kretschmers Haus die Personalien der noch Anwesenden auf. Laut Polizeibericht waren sie zwischen 45 und 50 Jahre alt. Zudem wird eine Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt. Nachbarn hatten die Einsatzkräfte alarmiert.