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Omikron-Flutwelle in Frankreich: 208.000 neue Corona-Infektionen

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Von Euronews  mit AFP
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Menschen in Paris, 28.12.2021
Menschen in Paris, 28.12.2021   -   Copyright  Thibault Camus/AP Photo

In den letzten 24 Stunden sind in Frankreich etwa 208.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus den jüngsten Zahlen hervor, die der französische Gesundheitsminister Olivier Véran vorgestellt hat.

Es seien "Zahlen, die einen schwindelig machen", wie Véran bei einer Anhörung in der Nationalversammlung bekannt gab. Schon am Vortag hatte das Ministerium fast 180.000 Covid-19-Infektionen in 24 Stunden gemeldet, auch diese Zahl bereits ein Rekord.

Die 7-Tage-Inzidenz für den 25. Dezember wird in ganz Frankreich mit 729,9 angegeben. Das ist in etwa so hoch wie in der Schweiz.

Minister spricht von "Flutwelle"

Man habe es mit "zwei Feinden" zu tun. Zum einen kämpfe man noch mit der Delta-Variante des Virus, zum anderen überrolle die Omikron-Variante das Land:

"Angesichts der Zahlen, die wir seit einigen Tagen verzeichnen, würde ich von einer Flutwelle sprechen", bekräftigte Véran.

Angesichts der explosionsartigen Zunahme der Ansteckungen seien "10 Prozent der französischen Bevölkerung Kontaktfälle".

Ungeimpfte hätten "kaum eine Chance", mit einem blauen Auge davon zu kommen. Das Virus zirkuliere zu stark, kommentierte Véran mit belegter Stimme.

Im Parlament versuchte der Gesundheitsminister aber auch zu relativieren, er erwarte einen Rückgang der Krankenhauseinweisungen wegen Omikron um 50 bis 70 %. Er sagte vor einem Parlamentsausschuss in Paris: "Wenn Sie eine Variante haben, die dreimal weniger gefährlich ist, aber Sie haben sechs oder sieben Mal mehr Fälle, dann machen sich die gesundheitlichen Auswirkungen auf jeden Fall bemerkbar."

Viele in Frankreich hoffen, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird - und dass die hohen Zahlen auch aus den vielen Tests an den Weihnachtstagen resultiert.

Mehr Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Krankenhäusern

Derzeit steigt aber die Zahl der Covid-19-Patientinnen und Patienten in französischen Krankenhäusern. An diesem Mittwoch wurden 17.856 Menschen wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt, während es am Dienstag 17.405 und am Montag 16.118 waren.

3469 Covid-19-Infizierte liegen auf Intensivstationen - es waren 3416 am Vortag und 3147 am 22. Dezember. Innerhalb einer Woche stieg die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen um 13%.

WHO gibt sich sehr besorgt

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Ghebreyesus, erklärte angesichts der weltweit steigenden Infektionen, dass Delta und Omikron nun eine doppelte Bedrohung seien und für einen Anstieg der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sorgen würden.

Ich bin sehr besorgt darüber, dass Omikron, das infektiöser ist und gleichzeitig mit Delta grassiert, zu einem Tsunami von Fällen wird. Dies wird weiterhin einen großen Druck auf das entkräftete Gesundheitspersonal und die Gesundheitssysteme ausüben, die am Rande des Zusammenbruchs stehen.
Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus
WHO-Generaldirektor

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnte davor, die in Deutschland vergleichsweise niedrigeren Fallzallen zu unterschätzen.

Das Level an Corona-Neuinfektionen im Land könne in Wirklichkeit viel höher liegen: "Die Untererfassung ist wahrscheinlich in der Größenordnung, dass die tatsächliche Inzidenz derzeit zwei- bis dreimal so hoch ist, wie die von uns gemessene Inzidenz. Wir sehen auch eine deutliche Zunahme der Omikron-Fälle, die uns Sorgen macht."