Trotz steigender Inzidenz: Rufe nach Lockerungen werden lauter

Impfaufruf einer Apotheke am Bahnhof Berlin Zoo, 07.02.2022
Impfaufruf einer Apotheke am Bahnhof Berlin Zoo, 07.02.2022 Copyright Christophe Gateau/dpa via AP
Von Euronews
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Zur Zeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1450,8, und ist damit erneut gestiegen. Dennoch fordern Politiker:innen und Verbände eine schnelle Lockerung der Maßnahmen.

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Trotz steigender Neuinfektionszahlen mit dem Coronavirus werden in Deutschland vermehrt Rufe nach Lockerungen lauter. Erst am Dienstag hatte der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) davor gewarnt, jetzt schon Maßnahmen aufzuheben. Er befürchtet dadurch eine unnötige Verlängerung der derzeitigen Omikron-Welle. Der Höhepunkt der Welle wird für Mitte Februar erwartet. 

Das Robert-Koch-Institut hat an diesem Mittwoch 234.250 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 25.752 Fälle mehr als vor einer Woche, als 208.498 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen neuen Höchstwert von 1450,8 von 1441,0 am Vortag. 272 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 119.215.

Wie mögliche Öffnungen aussehen könnten, soll auf der kommenden Bund-Länder-Runde diskutiert werden. Nicht nur Politiker:innen fordern einen Plan, nach dem die Einschränkungen aufgehoben werden.

So erklärte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, gegenüber dem  Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): "Die Politik muss bereits jetzt ein Konzept entwickeln, wie die Öffnungsschritte konkret aussehen sollen."  Hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmaßnahmen seien unbedingt zu vermeiden.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass die Kliniken die Omikron-Welle gut bewältigen. "Ich rechne aktuell für die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens", sagte Vorstandschef Gerald Gaß gegenüber der "Bild"-Zeitung. Sobald die Omikron-Welle am Abklingen sei, sollten "ohne Zweifel schrittweise Lockerungen für die kommenden Wochen"  ins Auge gefasst werden.

Nach der Kritik an Bayerns Alleingang bezüglich der Aussetzung einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht hofft Lauterbach weiterhin darauf, dass das Bundesland die Impfpflicht für Pflege- und Klinikpersonal umsetzen wird. Zwar gebe es keine "Mechanik", Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dazu zu zwingen. "Ich hoffe, wir können hier mit der ganz normalen Vernunft auch arbeiten", sagte Lauterbach am Dienstagabend im ZDF-"heute-journal". 

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans erklärte, der Vollzug des Gesetzes sollte bundeseinheitlich ausgesetzt werden, denn es brauche "bundeseinheitliche Anwendungen".

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) forderte ebenfalls ein bundeseinheitliches Vorgehen bei der Umsetzung. Um jetzt den "Einrichtungen, den Beschäftigten und vor allem den Menschen mit Pflegebedarf Sicherheit zu geben, brauchen wir bundeseinheitliche, klare und gut begründete Regelungen", sagte DBfK-Präsidentin Christel Bienstein gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wegen offener Fragen zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie fordert die Linke für kommende Woche eine Regierungserklärung. Dazu sollten nicht nur Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Lauterbach, sondern auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im Parlament Rede und Antwort stehen, verlangte der Parlamentarische Geschäftsführer Jan Korte in einem Brandbrief ans Kanzleramt.

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