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Mindestens 35 Tote und 134 Verletzte bei Angriff auf Militärbasis nahe Lwiw

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Von Euronews  mit dpa
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Soldaten am Rande vom Irpin, unweit von Kiew, 12.03.2022
Soldaten am Rande vom Irpin, unweit von Kiew, 12.03.2022   -   Copyright  Felipe Dana/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

In der westukrainischen Stadt Lwiw sind in der Nacht Sprengsätze explodiert, die Luftschutzsiren heulten.

Der russische Angriff galt einem Militärstützpunkt rund 15 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Ukrainische Behörden zufolge wurden dabei mindestens 35 Menschen getötet und 134 weitere verletzt. Sie würden in umliegenden Kliniken behandelt, wie der Gouverneur des westukrainischen Gebiets Lwiw, Maxym Kosyzkyj, am Sonntag mitteilte.

Zahlreiche Menschen aus der Ukraine hatten sich nach dem Beginn des russischen Einmarschs in die nur rund 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt liegende Stadt geflüchtet.

Auch aus der Hauptstadt Kiew wurde erneuter Beschuss gemeldet.

Unterdessen ist es gelungen, rund 13.000 Menschen über humanitäre Korridore aus umlagerten und bekämpften Städten zu bringen, die meisten davon aus Sumy, im Nordosten der Ukraine.

Ukrainischen Angaben zufolge respektiert Moskau vielerorts nicht die Fluchtkorridore.

"Die russischen Besatzer können uns nicht erobern. Diese Kraft haben sie nicht. Einen solchen Geist haben sie nicht. Sie stützen sich auf Gewalt, nur auf Terror. Auf Waffen, von denen sie viele haben", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

US-Satellitenbilder zeigten das Ausmaß der Zerstörung an Wohngebäuden und ziviler Infrastruktur in der von russischen Truppen eingekesselten Stadt Mariupol. Der Hafen der Stadt war erneut Ziel intensiven Beschusses, er traf auch ein Viertel um eine Moschee, in der mehr als 80 Menschen untergebracht sind.

Erst am Samstag waren prorussische Separatisten mit Unterstützung russischer Truppen in östliche Randbezirke der Stadt vorgedrungen.

"Leider verschlechtert sich die humanitäre Lage in der Ukraine weiterhin rapide und hat in einigen Städten katastrophale Ausmaße angenommen", erklärte Michael Misinzew, Leiter des nationalen russischen Verteidigungskontrollzentrums.

Bei Bombardierungen der rund 100 Kilometer von Odessa entfernt liegenden Stadt Mykolajiw wurden eine Spezialklinik für Krebskranke und eine Augenklinik getroffen - der Angriff ereignete sich nur wenige Tage, nachdem in Mariupol eine Geburtsklinik beschossen wurde.

Mykolajiw war in der Nacht vom Freitag auf Samstag unablässig angegriffen worden.

In Birky, einer kleinen Stadt rund dreißig Kilometer südwestlich der Stadt Charkiw, versuchen die verbliebenen Anwohner:innen sich mit Erste Hilfekursen, Selbstverteidigung und Militärtaktiken bestmöglich auf eventuelle Angriffe der russischen Armee vorzubereiten.