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Wegen EU-Gipfel: Selenskyj erwartet verstärkte russische Angriffe

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Von Evelyn Laverick
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Der ukrainische Präsident Wolodymy Selenkskyj appellierte an die Staats- und Regierungschefs der EU, die Ukraine zu einem offiziellen Beitrittskandidaten zu machen. Nur eine positive Entscheidung über das Gesuch sei im Interesse ganz Europas.

Angriffe auf Charkiw

Der ukrainische Präsident geht davon aus, dass Russland versuchen werde, erneut die zweitgrößte Stadt des Landes Charkiw im Nordosten anzugreifen. Der russische Angriff auf die östliche Donbas-Region geht weiter, die Ortschaften um die Stadt Sjewjerodonezk stehen unter intensivem russischem Beschuss. Die Bewohner der Zwillingstadt Lyssytschansk hausen in Kellern, die Versorgungslage ist schwierig. 

„Russlands konzentrierte Artilleriekapazität gepaart mit wohl geschwächten Infanterieeinheiten bleibt unzureichend, um russische Fortschritte in Sjewjerodonezk zu erzielen“, heißt es in der jüngsten Analyse des Institute for the Study of the War (ISW). Russische Truppen kämpften um die Kontrolle der Stadt, hätten zuletzt aber wenig Fortschritte gemacht. 

Russland dürfte den Experten zufolge weiter versuchen, Sjewjerodonezk einzukesseln und die dort verbliebenen ukrainischen Kräfte, die sich weitgehend im Chemiewerk Azot verschanzt haben, vom Nachschub abzuschneiden. Allerdings seien derzeit wenig Fortschritte bei diesem Vorhaben zu sehen. Zudem bereite Moskau eine Offensive auf Slowjansk vor.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde in Charkiw ein Panzer-Reparaturwerk beschossen, in den letzten zehn Tagen seien bis zu 20 vom Westen gelieferte Fahrzeuge zerstört worden seien. Nach Angaben aus Moskau hat die russische Armee mit einem Raketenangriff auf einen Führungsgefechtsstand nahe der Stadt Dnjepro angeblich mehr als 50 ukrainische Generäle und Offiziere getötet.

Nach vier Monaten Krieg in der Ukraine bereitet NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Mitgliedsstaaten darauf vor, Kiew weiter langfristig zu unterstützen. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es Jahre dauern könnte", sagte Stoltenberg der "Bild am Sonntag". "Auch wenn die Kosten hoch sind, nicht nur für die militärische Unterstützung, sondern auch wegen der steigenden Energie- und Lebensmittelpreise." So Stoltenberg. Zugleich bekräftigte er, die NATO werde keine Truppen in die Ukraine schicken.