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Nach Luhansk jetzt Donezk?

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Von Julika Herzog  mit dpa, AP, AFP
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Krieg in der Ukraine
Krieg in der Ukraine   -   Copyright  Alexei Alexandrov/ AP

Zwei Tage nachdem Russlands Truppen die letzten beiden Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im ostukrainischen Gebiet Luhansk eingenommen haben, konzentriert sich der russische Vormarsch nun auf die Region Donezk und die letzten noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden Städte im Donbas.

Selenskyj: Ukraine braucht Raketenabwehrsysteme

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft.

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. «Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.»

Neue Flüchtlingswelle aus dem Donbas?

Pawlo Kyrylenko, der Gouverneur von Donezk, forderte die Menschen auf, die Region zu verlassen, da der russische Raketenbeschuss zunimmt und Truppenvorstöße erwartet werden: "Noch ungefähr 350.000 Bürger sind hier in der Region geblieben, im Vergleich zu den 1,6 Millionen Menschen, die zuvor hier gelebt haben. Aber es sind immer noch eine Menge Menschen, sie müssen evakuiert werden und ich werde darüber mit den lokalen Verwaltungen sprechen. Mein Hauptziel ist ungeachtet dessen, was die Leute sagen: ich kümmere mich darum ihr Leben und ihre Häuser zu schützen, aber sie sollten gehen."

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine mindestens 12 Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen.Mehr als fünf Millionen Ukrainer haben im Ausland Schutz gesucht, während über sechs Millionen Menschen immer noch innerhalb des Landes vertrieben bleiben.

5,5 Millionen Menschen, die nach dem russischen Angriff in andere Landesteile geflohen waren, sind nach Angaben der Vereinten Nationen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Aus dem Ausland seien etwa zehn Prozent der Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt, berichtete das UN-Büro für Migration (IOM).

Aber obwohl viele Menschen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind, vor allem im Norden des Landes und in der Hauptstadt Kiew, bleiben Millionen auf der Flucht.