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300 Menschen pro Tag: Ukrainerinnen und Ukrainer verlassen ihre Heimat

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Von Euronews  mit dpa, AP
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Menschen suchen Schutz während eines Bombeneinschlags in Kramatorsk, Region Donezk, Ostukraine
Menschen suchen Schutz während eines Bombeneinschlags in Kramatorsk, Region Donezk, Ostukraine   -   Copyright  Nariman El-Mofty/AP Photo

Die russische Armee nimmt nach der Einnahme des Gebiets Luhansk nach ukrainischen Angaben nun von dort aus zunehmend die Region Donezk ins Visier. Die Besatzer führten Angriffe von Lyssytschansk aus in Richtung Westen, sagte der ukrainische Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, am Samstag. "Wir geben uns Mühe, die bewaffneten Gruppierungen der Russen auf ganzer Linie aufzuhalten." Allerdings greifen sie Hajdaj zufolge von mehreren Seiten an und versuchen, tief in das benachbarte Gebiet vorzudringen.

Sie erzeugen demnach eine "echte Hölle" durch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss. Die ukrainischen Streitkräfte leisteten allerdings tapfer Widerstand, sagte Hajdaj.

Russland dürfte als nächstes im Gebiet Donezk die größeren Städte Slowjansk und Kramatorsk im Blick haben. Es ist erklärtes Ziel Moskaus, die Region komplett der ukrainischen Kontrolle zu entreißen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in Kiew gab es auch in anderen Teilen des Landes Beschuss, darunter in den Gebieten Charkiw und Tschernihiw. Dabei sei auch zivile Infrastuktur getroffen worden.

Barwinkowo liegt in der Region Charkiw. Die Stadt ist täglich massivem Beschuss ausgesetzt - trotzdem wollen die Menschen nach einer vor zwei Monaten organisierten Massenevakuierung wieder zurück nach Hause kommen. Anwohner Mykola fragt, wohin sie gehen sollen, "Man soll mir wenigstens einen sicheren Ort hier sagen, wo sie nicht schießen. Ihre Raketen fliegen überall hin."

Nariman El-Mofty/AP Photo
Eine Frau geht mit ihrem Fahrrad am Bahnhof Pokrowsk, Region Donezk, OstukraineNariman El-Mofty/AP Photo

Viele Menschen verlassen ihre Heimat. Moskau zielt in der Region Donezk mit schwerer Artillerie zunehmend auf Wohngebiete. Jeden Tag sind es etwa 300 Bewohner:innen, die mit Zügen aus der Region fliehen – so auch Olena, die erzählt, dass sie zu lange gewartet hätten. Dann habe sie beschlossen, ihr Kind und sich selbst zu retten. "Es gab Angriffe mit sämtlichen Waffen. Sogar die Kinder wissen jetzt, wie sie alle heißen."

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) sind bislang mehr als sechs Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer aus ihrer Heimat vertrieben worden. Dazu kommen 5 1/2 Millionen Menschen, die das Land verlassen haben.