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Bedroht von Impfgegnern und Corona-Leugnern: Landärztin in Österreich tot aufgefunden

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Von Alexandra Leistner
Die Praxis von Kellermayr befindet sich in Seewalchen am Attersee, in Oberösterreich.
Die Praxis von Kellermayr befindet sich in Seewalchen am Attersee, in Oberösterreich.   -   Copyright  Fabian Kühne on Unsplash

Beim Lesen der Drohbriefe läuft es einem kalt über den Rücken: Eine Landärztin aus Oberösterreich ist tot aufgefunden worden, nachdem sie monatelang von Corona-Leugnern und Gegnern von Maßnahmen in der Pandemie bedroht wurde.

Dr. Lisa-Maria Kellermayr wurde am Freitagmorgen in ihrer Praxis aufgefunden, wie die Staatsanwaltschaft gegenüber Medien bestätigte. Fremdverschulden werde ausgeschlossen, so die Ermittler, zum Inhalt gefundener Abschiedsbriefe wollte man nichts genaueres sagen. Auch eine Obduktion sei nicht angeordnet worden.

Österreichs Gesundheitsminister Johannes Rauch zeigte sich schockiert von der Nachricht des Todes der Landärztin: "Als Ärztin hat sie ihr Leben der Gesundheit und dem Wohlergehen anderer gewidmet. Morddrohungen gegen sie und ihre Mitarbeitenden waren brutale Realität. Hass gegen Menschen ist unentschuldbar. Dieser Hass muss endlich aufhören".

Morddrohungen gegen sie und ihre Mitarbeitenden waren brutale Realität.

Ende Juni hatte Kellermayr in sozialen Netzwerken und auf ihrer Internetseite die Schließung ihrer Praxis angekündigt. Als Grund nannte sie Sicherheitsbedenken nach 7 Monaten schlimmster Bedrohungen: "Unter diesen widrigsten Bedingungen habe ich alles getan um eine medizinische Versorgung der mir anvertrauten Patient*innen sicherzustellen. Das hat jetzt vorerst ein Ende. Die Sicherheitskosten übersteigen den Gewinn einer Hausarztpraxis um ein Vielfaches."

Mehr als 100.000 Euro habe sie in Sicherheitskosten schon ausgegeben. Rund zwei Wochen später schrieb die Medizinerin, die Ordination (Praxis) bliebe geschlossen.

In Drohbriefen, die Kellermayr veröffentlichte wird sie auf das Übelste beschimpft, ihr und ihren Beschäftigten wird mit Mord gedroht. Sie wandte sich an die Behörden, erzählt aber in einem Podcast, nicht ernst genommen worden zu sein. Auch die Politik habe sie allein gelassen.

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