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Uralte Spuren: Kinder aus der Ukraine auf Kriegsurlaub in Griechenland

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Von Apostolos Staikos, su
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Seit der Antike zog es Griechen ans Schwarze Meer – gut 600 Kinder aus der Ukraine kamen diesen Sommer in der Gegenrichtung - in Sommercamps in Griechenland.

Sie sind zwischen 6 und 15 Jahren alt und kommen aus der Stadt Bucha bei Kiew – hier waren nach dem Abzug russischer Truppen Anfang April Hunderte Leichen von Bewohnern und Bewohnerinnen auf den Straßen gefunden worden.

Die Initiative ging vom „Verband der Eigentümer privater Camps“ und wurde vom Ministerium für Migration und Asyl unterstützt. Einundzwanzig Begleitpersonen reisten mit den Kindern aus der Ukraine an.

Olga Trempoltseva, Begleiterin aus der Ukraine:

„Wir sind Griechenland und unseren Sponsoren sehr dankbar. Unsere Kinder hatten seit Februar kein normales Leben mehr. Alles war traurig und hart. Und hier in Griechenland haben wir Spaß, gute Laune, Sonne, das Schwimmbad, die Luft, das Meer. Wir freuen uns und bedanken uns herzlich!"

Die Kinder werden in sechs Feriencamps aufgenommen, auf Chalkidiki (Nordgriechenland), auf dem Peloponnes (Südgriechenland) und in der Region Attika, etwa 40 Minuten von Athen entfernt.

In den Ferien reiten sie, lernen Bogenschießen, Klettern und schwimmen in den Pools. Bildungsausflüge führen zu Museen und archäologischen Stätten.

Die Organisatoren wissen, dass sie die schmerzhaften Erinnerungen an den Krieg nicht auslöschen können. Aber ein paar Tage Freiheit und Frieden sind auch schon was.

Magda Katsipanoy, griechische Organsiatorin:

«Wir wollen, dass sie den Krieg in der Ukraine vergessen können. Keine Ahnung, ob das möglich ist, aber wir tun unser Bestes. Wir möchten, dass Kinder den Camping-Lifestyle kennen und lieben lernen. Wir möchten, dass sie glücklich sind und mit guten Erinnerungen nach Hause fahren. Sie finden neue Freunde und wir hoffen, dass sie mit ihren neuen Kumpels in Kontakt bleiben».

Zum Sprachproblem: Die meisten Kinder sprechen kein Englisch. Ukrainisch- und russischsprachige Übersetzer helfen bei der Kommunikation.

Die ukrainische Botschaft in Athen hilft bei der Suche nach Übersetzern und regelt das Organisatorische.

Seit vier Sommern arbeitet Vassilis Dontos als Gruppenleiter in Kindercamps. Doch dieser August ist einzigartig.

Zum ersten Mal kann er nicht direkt mit den Kindern sprechen und es ist das erste Mal, dass Kinder seines Teams vom Krieg traumatisiert sind.

Vasilis Dontos, Teamleiter:

«Für mich als Teamleiter ist das eine beispiellose Erfahrung. Die Kommunikation ist nicht einfach, wir sprechen ihre Sprache nicht. Doch mit Hilfe von Übersetzern schaffen wir es, uns zu verständigen und und näher zu kommen. Manche Kinder erinnern sich an Momente/Bilder aus dem Krieg. Sie werden emotional, aufgeregt, bei manchen kullern Tränen. Das sind so Phasen, glücklicherweise. Dann finden sie ihre Lebensgeister wieder und machen weiter den Sport, den sie sehr lieben».

Apostolos Staikos, Euronews:

«In ein paar Tagen fahren diese Kinder in ihre Heimat zurück. Im Unterschied zu zehntausenden ukrainischen Flüchtlingen*, die mit der Hoffnung auf ein paar Monate Aufenthalt nach Griechenland gekommen sind. Die Kämpfe gehen weiter und niemand weiß, wann sie zurückkehren – wenn überhaupt».

*Nach Angaben des Ministeriums für Migration und Asyl sind 76.000 ukrainische Flüchtlinge in Griechenland angekommen. Nur 20.000 haben das Schutzprogramm (befristetes Visum und Arbeitsrecht) beantragt. Der Rest ist entweder in die Ukraine zurückgekehrt oder in andere europäische Länder weitergezogen. Schwer zu sagen, wie viele sich derzeit im Land aufhalten.

1988 wurde die griechische Minderheit in der Sowjetunion auf knapp 500.000 geschätzt. Der Großteil von ihnen lebte in Georgien und Abchasien, in den russischen Regionen Stawropol und Krasnodar, in der ukrainischen Oblast Donezk, in Moskau sowie in Kasachstan.

Apostolos Staikos, su