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Wahl in Schweden: politische Lager in Umfragen fast gleichauf

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Von Euronews  mit dpa
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Ebba Busch, Parteivorsitzende der Christdemokraten, hält eine Wahlkampfrede im Zentrum von Stockholm, 10. September 2022
Ebba Busch, Parteivorsitzende der Christdemokraten, hält eine Wahlkampfrede im Zentrum von Stockholm, 10. September 2022   -   Copyright  Jonas Ekströmer/AP

In Schweden finden am Sonntag Parlamentswahlen statt. In dem 10 Millionen-Einwohner-Land werden die Volksvertreter für den 349 Sitze zählenden Reichstag für die nächsten 4 Jahre bestimmt.

Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson kämpft darum, ihre Mitte-Links-Regierung zu halten, hat aber starke Herausforderer von rechts.

Letzte Umfragen sehen beide politischen Blöcke beinahe gleichauf. Das Lager um die Sozialdemokraten lag am Samstag bei 49,6 Prozent, das konservativ-rechte einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten bei 49,4 Prozent der Stimmen. Gemessen an der Wahlbeteiligung 2018 trennten die Blöcke nur etwa 13.000 Stimmen.

"Es ist völlig ausgeglichen", stellte die Chefin des zuständigen Meinungsforschungsinstituts Demoskop, Karin Nelsson, fest. Es könnte sowohl Andersson als auch ihrem Herausforderer Ulf Kristersson zufallen, die nächste Regierung zu bilden. Wie schon nach der letzten Wahl 2018 sehe es nach einer sehr schwierigen Regierungsbildung aus.

Christdemokraten würden mit den Rechtspopulisten koalieren  

Die eskalierende Bandengewalt in Schweden war ein dominantes Thema im Wahlkampf, das den Rechtspopulisten in die Karten spielt.

Andersson führt derzeit eine sozialdemokratische Minderheitsregierung an, die im Reichstag in Stockholm auf Unterstützung der liberalen Zentrumspartei, der Linken und Grünen angewiesen ist. An der Spitze des konservativen Blocks stehen die Moderaten um Parteichef Kristersson. Er hat sich in der vergangenen Mandatsperiode erstmals offen dafür gezeigt, gemeinsame Politik mit den Rechtspopulisten zu machen. 

Das hat einen triftigen Grund: Den Schwedendemokraten werden über 20 Prozent der Stimmen und damit mehr als den Moderaten vorhergesagt - ohne die daraus resultierenden Mandate dürfte Kristersson keine Chance haben, Ministerpräsident zu werden.