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Vor der Schwedenwahl: Klima-Desinfo wird viral

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Von Matthew Holroyd
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Wahlkampf in Schweden: die Sozialdemokraten
Wahlkampf in Schweden: die Sozialdemokraten   -   Copyright  Jessica Gow/JESSICA GOW

In Zeiten eines Wahlkampfs fällt Fehlinformation oft genug auf fruchtbaren Boden.

Die Parlamentswahlen in Schweden am kommenden Sonntag sind wichtig, nicht nur wegen des andauernden Krieges in der Ukraine, und Schwedens eigenem Verhältnis zum Nachbarn Russland, sondern auch in Hinsicht auf die Klimapolitik.

Hier ist ein Beispiel von Klima-desinformation, das vor Kurzem auf schwedischen Facebook-Seiten viral wurde.

Es wird behauptet, das hier zwei Wettervorhersagen desselben Fernsehsenders zu sehen sind, eine aus dem Jahr 1986, die andere aus diesem Sommer.

Die Verbreiter behaupten, es handele sich um ein Beispiel von “Klima-Hysterie”, und dass ein und derselbe Fernsehsender die Farben seiner Wetterkarten über die Jahre verändert hat, um Klimawandel zu suggerieren, wo keiner ist.

Die Temparaturen in Schweden haben sich seit 1986 nicht verändert, so die Behauptung weiter.

Ein Abgeordneter der konservativen Moderaterna Partei verbreitete den Post auf Twitter.

Aber die Behauptungen sind irreführend.

Wir haben die beiden Bilder analysiert. Die Wetterkarte links stammt nicht von 1986, sondern wurde 2016 gesendet, undzwar vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen SVT. Sie zeigt die Wettervorhersage.

Die zweite Karte stammt auch nicht aus diesem Sommer, sondern vom letzten Jahr, gesendet von einem anderem Sender, nämlich dem privaten TV4. Und: sie zeigt nicht die Wettervorhersage, sondern die Bodentemperaturen.

Die beiden Karten liegen also nicht 36, sondern nur fünf Jahre auseinander, stammen von unterschiedlichen Sendern, die unterschiedliche Graphiken zur Darstellung von Wetter- und Temperaturveränderungen verwenden.

Laut schwedischen Journalisten ist es nicht das erste Mal, dass diese Falschinformation verbreitet wird, um den Klimawandel zu verharmlosen.

Und wir haben entsprechende Falschinformationen auch in anderen europäischen Ländern beobachten können, in Frankreich und Großbritannien zum Beispiel.

Jetzt, in Schweden, dient es als Beispiel dafür, wie irreführende Gerüchte gezielt vor Wahlen verbreitet werden.