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Separatisten- und besetzte Gebiete: Blitz-Referenden in der Ostukraine

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Von Euronews mit dpa und AP
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Blitz-Referenden in der Ost-Ukraine über Beitrtitt zu Russland
Blitz-Referenden in der Ost-Ukraine über Beitrtitt zu Russland   -   Copyright  Photo : Pavel Bednyakov (Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)

Vier von Russland kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine haben angekündigt, in den nächsten Tagen über einen Beitritt zu Russland abstimmen lassen zu wollen. Die Referenden sollen in den Separatistengebieten Luhansk, Donezk, stattfinden aber auch in Cherson und Saporischschja, die von Russland besetzt bzw. teilweise besetzt sind.

Das Referendum in Cherson bestätigte der Chef der Militärverwaltung dort in einem Video auf seinem Telegramm-Kanal.

Die Abstimmungen wurden zwischen dem 23. und 27. September angesetzt. In Saporischschja kontrollieren die Besatzungstruppen 75 Prozent des Territoriums. Die Gebietshauptstadt Saporischschja mit vor dem Krieg rund 700 000 Einwohnern hingegen steht immer noch unter Kontrolle ukrainischer Truppen.

Die Referenden gelten als Reaktion Russlands auf die ukrainische Gegenoffensive im Osten des Landes. Die Kiewer Truppen erzielten zuletzt größere Geländegewinne in Charkiw und stehen kurz vor den Gebietsgrenzen von Luhansk.

Sergej Lawrow verteidigt die Referenden

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht in dieser Situation hingegen eine Bestätigung, dass diese Gebiete ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen wollten. "Schon zu Beginn der militärischen Sonderoperation und generell in der Zeit davor haben wir gesagt, dass die Völker der betroffenen Gebiete über ihr eigenes Schicksal entscheiden sollten“, sagte Lawrow vor seinem Abflug nach New York, wo er an der 77. UN-Generalversammlung teilnehmen wird.

Die Ukraine, die in zwei Wochen mehr Gebiete zurückerobert hat, als Russland seit April besetzen konnte, sieht in den Referenden einen Ausdruck der Verzweiflung Russlands über den bisherigen Erfolg der ukrainischen Gegenoffensive.

Eine internationale Anerkennung der Ergebnisse ist nicht zu erwarten. Die Ukraine wirft Russland eine Annexion der Gebiete vor - wie 2014 bei der Schwarzmeerhalbinsel Krim.

UN beunruhigt über Leichenfunde in Isjum

Indes hat sich UN-Generalsekretär António Guterres zum Auftakt der Generaldebatte der UN-Vollversammlung angesichts der Leichenfunde in Isjum besorgt gezeigt. « Die jüngsten Berichte über Grabstätten in Isjum sind äußerst beunruhigend“, sagte Guterres.

Die ukranische Armee hat Isjum, das im Gebiet von Charkiw liegt, vor einigen Tagen von russischer Besatzung befreit. Dort wurden 450 Gräber im einem Wald entdeckt. Einige der Leichen trugen Spuren von Folter.