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Entdeckung hunderter Leichen in Isjum: Kreml spricht von "Lügen"

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Von Euronews  mit AP/DPA
Aus russischer Hand befreiter Ort Kozacha Lopan nördlich von Charkiw
Aus russischer Hand befreiter Ort Kozacha Lopan nördlich von Charkiw   -   Copyright  AP Photo/Leo Correa

Moskau hat die Vorwürfe, wonach russische Truppen für die Ermordung und Folterung hunderter Menschen in Isjum verantwortlich ist, zurückgewiesen. 

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow verglich die Situation mit der Lage in Butscha, wo ebenfalls nach dem russischen Abzug zahlreiche Tote gefunden worden waren. Die Stadt wurde zum Symbol für den Vorwurf von Kriegsverbrechen durch die russische Armee. 

Peskow sprach in diesem Zusammenhang von einer "Lüge". Man werde die "Wahrheit" verteidigen. 

Nahe der Stadt Isjum waren nach dem Rückzug der russischen Truppen mehr als 440 Gräber entdeckt worden. Die Leichen werden derzeit anhand von DNA-Proben von Angehörigen identifiziert.

Derweil hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine neue Offensive im Osten des Landes angekündigt. Nach Angaben der ukrainischen Armee wurde zu diesem Zweck bereits einen Brückenkopf gebildet, um weiter in Richtung Luhansk vordringen zu können.

Selenskyj sagte in seiner gewohnten Videobotschaft, niemand solle glauben, dass nach einer Reihe von Siegen nun eine Art Verschnaufpause eingetreten sei.

Dies sei die Vorbereitung auf die nächste Angriffsserie. Auf die nächsten sehr wichtigen Wochen für die Ukraine, die gehört werden müssten. Denn die Ukraine müsse frei sein - in ihrer Gesamtheit.

Kiew will auch seit 2014 von Russland annektierte Krim zurückerobern

Nach Angaben Selenskyjs wird sich die Ukraine dabei nicht nur auf die Gebiete konzentrieren, die es vor dem russischen Überfall im Februar kontrollierte. Auch die Territorien der von Moskau unterstützten Separatisten im Osten des Landes und Städte auf der seit 2014 von Russland annektierten Krim würden zurückerobert,

Verhandlungen mit Russland stünden angesichts der aktuellen militärischen Lage nicht zur Debatte. Aber auch wegen der Vielzahl an Kriegsverbrechen, die sie dem russischen Militär vorwerfen, halten Selenskyjs Berater Verhandlungen für sinnlos. 

Erstens werde Russland dabei versuchen, Geländegewinne festzuhalten und zu legitimieren. Zweitens diene das Festhalten des Status quo Russland nur als Atempause, um dann die Angriffe auf der neuen Linie fortsetzen zu können. Und drittens müsse Russland für die auf ukrainischem Terrain begangenen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. 

Moskau: 180 ukrainische Soldaten in Cherson getötet

Von russischer Seite hieß es, eine ukrainische Offensive in der Region Cherson sei erfolgreich zurückgeschlagen worden. Dabei seien mindestens 180 ukrainische Soldaten getötet worden. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte, dass Panzer, gepanzerte Kampffahrzeuge und anderes militärisches Gerät zerstört worden seien.

Derweil geht in Deutschland die Debatte um Lieferungen von Kampfpanzern an die Ukraine weiter. Kanzler Olaf Scholz (SPD) lehnt dies ab. Außenministerin Annalena Baerbock erklärte in der ARD-Sendung "Anne Will", Deutschland könne das nur im Schulterschluss mit internationalen Partnern tun. Derzeit gehe keiner der Partner diesen Schritt.