Aufruhr in Iran: Feuer im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran

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Von Euronews  mit dpa
Das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran steht in Flammen
Das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran steht in Flammen   -   Copyright  Social Media aus dem Iran

In den sozialen Medien werden mehrere Videos geteilt, die ein enormes Feuer im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zeigen. Zudem gibt es Bilder von verstopften Verkehrswegen, weil offenbar zahlreiche Familien und Freunde von dort Inhaftierten versuchten, sich vor Ort Informationen zu verschaffen. In dem Gefängnis sind politische Gefangene und Menschen inhaftiert, die bei den jüngsten Protesten gegen die Regierung festgenommen wurden.

Dazu schreibt die Journalistin Golineh Atai auf Twitter: "Alle Straßen gerade dicht, die zum Teheraner Evin-Gefängnis führen. Auf ihnen Hupkonzert der Demonstrierenden und daneben nachrückende Spezialeinheiten: Denn Evin brennt, Anwohner hören Schusswechsel auf dem Gefängnis-Gelände."

Die Videos und Fotos des brennenden Evin-Gefängnis werden auf Twitter tausendfach geteilt. Berichten zufolge waren Schüsse und Explosionen zu hören und eine Stunde lang wurde das Feuer Augenzeugen zufolge nicht gelöscht.

Zuletzt waren die Sicherheitskräfte - darunter die Freiwilligen der Basidsch (oder Basij)-Miliz - mit extremer Härte gegen die Protestierenden vorgegangen. Auch ein sexueller Übergriff auf eine Frau sollte untersucht werden, nachdem ein Video viral gegangen war, das zeigte, wie die Frau bei einer Festnahme begrabscht wurde.

Das Geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Khamenei, hält aber offenbar trotz der seit fünf Wochen andauernden Proteste - vor allem von Frauen und Mädchen - an den strengen Kleiderregeln und dem aktuellen Regime des Iran fest. Der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Teheran hatte die Proteste ausgelöst.

Einige Stunden nach dem Brand verlautete über die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna, bei dem Feuer seien acht Menschen verletzt worden. Die Gefängnisleitung machte "Randalierer und Hooligans" für den Brand verantwortlich. Die Situation sei unter Kontrolle.

Auch die gesundheitlich angeschlagene Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh - die sich zuletzt auf Hafturlaub befand - war jahrelang im Evin-Gefängnis.