Paris und Berlin einer Meinung? Experten sorgen sich um deutsch-französische Liebe

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Von euronews
Scholz und Macron in Paris
Scholz und Macron in Paris   -   Copyright  Copyright AP Photo/Christophe Ena

Zu Zeiten, in denen Angela Merkel im Kanzleramt in Berlin saß, galt die Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich als vorbildlich und wegweisend in der EU. Macron und Merkel schienen gar freundschaftliche Gefühle zu verbinden. Doch dann kam Olaf Scholz in Amt und Würden.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat sein Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in Paris als "intensiv und sehr partnerschaftlich" bezeichnet. Bei wichtigen Themen sei man einer Meinung, so der Kanzler.

Sorge um die Achse Paris-Berlin

Ein voller Erfolg also? Experten sorgen sich um das deutsch-französische Führungsduo in der EU: Kein Vergleich zu den Zeiten, in denen Angela Merkel im Kanzleramt saß. Eine Einschätzung von Alberto Alemanno, Professor für Europarecht: 

"Jetzt sehen wir plötzlich, dass das Vorgehen des neuen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz eine tiefe Spaltung innerhalb der Union verursacht. Und das führt eindeutig zu Spannungen mit Deutschlands historischem Verbündeten Frankreich, das den deutschen Unwillen zu mehr Zusammenarbeit durch Austausch und Koordinierung auf einer Vielzahl politischer Felder zur Kenntnis nehmen muss - sowohl intern, wenn man an die Energierkrise denkt, als auch außenpolitisch, wenn es um die Reaktion auf den Krieg in der Ukraine geht. Und jetzt noch die Beziehungen zu China."

Treffen in Paris als positives Zeichen?

Ein französischer Regierungssprecher gab an, die deutsch-französische Freundschaft sei "sehr lebendig". Meinungsverschiedenheiten im Energiebereich, in der Verteidigung, in Wirtschaft und Europapolitik aber sind kaum zu verbergen. Für ein Wiedererstehen der deutsch-französischen Beziehungen und eine reibungslose Zusammenarbeit in der EU müssten Scholz und Macron die Reihen schließen.

Allein Scholz' Besuch in Paris aber darf als Fortschritt gelten. Ein ursprünglich geplantes bilaterales Gippfeltreffen war zuvor allerdings abgesagt worden, unter Verweis auf "Probleme mit der Tagesordnung".