Voll im Trend: 4-Tage-Woche in Europa - jetzt auch in Portugal

Beschäftigte in Portugal
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Von Nuno PrudêncioEuronews mit AP, AFP, Lusa
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Es geht um eine bessere Work-Life-Balance: Wo in Europa wird derzeit die 4-Tage-Woche getestet?

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Weniger arbeiten, mehr Zeit für die Kinder und für die Familie, für soziales Engagement und für Hobbys. Die 4-Tage-Woche liegt europaweit voll im Trend der Zeit. Vor allem jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer streben offenbar viel weniger nach der steilen Karriere als danach, Job und Leben zu vereinbaren.

Portugals Regierung lässt 6 Monate lang testen

In Portugal hat die Regierung Gewerkschaften und Arbeitgebern jetzt vorgeschlagen, sie sollten das Modell ein halbes Jahr lang testen. Die Beschäftigten sollen an 4 Tagen 35 Stunden pro Woche arbeiten - und dafür dasselbe verdienen wie zuvor für 40 Stunden. Finanziell beteiligen will sich der Staat aber nicht.

Der Erfolg der 4-Tage-Woche in Island

Ein ähnliches Modell mit besserer Work-Life-Balance feiert in Island Erfolge. Ein Prozent der Arbeitskräfte sind auf die 35-Stunden-Woche umgestiegen. Die Zahl der Fälle von Burnout und die Zahl der Krankschreibungen ging drastisch zurück. Die Produktivität der 2.500 beteiligten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stieg teilweise an.

Laut Eurostat arbeiten die Beschäftigten nur in fünf EU-Ländern weniger als 40 Stunden pro Woche: nämlich in Litauen, Finnland, Dänemark, den Niederlanden und in Frankreich. Französinnen und Franzosen arbeiten schon seit etwa drei Jahrzehnten nur 35 Stunden pro Woche - allerdings sieht die Realität für viele manchmal anders aus - und am Freitagnachmittag sind durchaus noch Beschäftigte in den Büros anzutreffen.

Größter Test in Großbritannien

Das größten Test zur 4-Tage-Woche mit 3.300 Teilnehmenden gibt es in Großbritannien unter dem Motto 100 Prozent Lohn, 80 Prozent Zeit, 100 Prozent Produktivität. Dabei soll sich das Niveau der Produktivität in 49 Prozent der beteiligten Unternehmen sogar verbessert haben.

In Belgien können sich viele Beschäftigte aussuchen, ob sie ihre Arbeitszeit auf vier oder auf fünf Tage pro Woche verteilen.

Beschäftigte von Telefonica in Spanien am Ende nicht überzeugt

Auch in Spanien ist die 4-Tage-Woche getestet worden, doch die Beschäftigten des Telekommunikationskonzerns Telefonica haben es auf lange Sicht abgelehnt, für weniger Lohn weniger lang zu arbeiten.

Journalist • Kirsten Ripper

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