Zögern in Belarus: "Lukaschenko traut seinen eigenen Soldaten nicht"

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Von Eva Reichhardt
Ukraine: die belarussische Dissidentin im Interview
Ukraine: die belarussische Dissidentin im Interview   -   Copyright  AP/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Seit der Invasion Russlands in die Ukraine steht immer wieder im Raum, dass Belarus auf der Seite Russlands in den Krieg eingreifen und eine Nordfront eröffnen könnte. Machthaber Alexander Lukaschenko scheint eher zögerlich, seine Truppen in die Ukraine zu schicken. Mehrfach hat er bereits beteuert, dass er dies nicht plane.

Euronews-Reporter Vitalie Cojocari von Euronews Rumänien hat bei der belarussischen Dissidentin SSwetlana Tichanowskaja nachgefragt, wie wahrscheinlich ein Eingriff

Tichanowskaja sagte, Lukaschenko traue seinen eigenen Soldaten nicht, diese seien größtenteils pro-ukrainisch.

"86 Prozent der Belarussen sind gegen die Teilnahme der belarussischen Truppen an diesem Krieg. Ich bezweifle daher, dass unsere Armee gezwungen werden kann, sich der russischen Armee anzuschließen. Unsere Soldaten würden einfach überlaufen. Sie würden die Seite wechseln und sich verstecken."

In Belarus seien Partisanen aktiv, bestätigte Tichanowskaja. Sie hätten die Eisenbahnlinien unterbrochen, um den Transport von russischer Ausrüstung zu verlangsamen, die durch Belarus von Russland in die Ukraine ging.

Den 64-jährige belarussische Außenminister Wladimir Makei, der vor wenigen Tagen an einem Herzinfarkt starb, nannte Tichanowskaja eine eher zwielichtige Figur.

Tichanowskaja: "Ich muss sagen, dass er eine ziemlich umstrittene Person war. Denn im Jahr 2020 glaubten viele Menschen, dass er auf der Seite des Volkes stehen würde. Dass er sich auf die Seite der demokratischen Entwicklung unseres Landes stellen würde. Die Umstände seines Todes kennen wir natürlich nicht, aber ob er nur einen Herzinfarkt erlitten hat, wer weiß..."

Eine wachsende Opposition im eigenen Land, der Krieg in der Ukraine, der Tod von Makei, seine umstrittene Beziehung zu Putin isolieren Lukaschenko politischen zunehmends.

Journalist • Eva Reichhardt