Schock nach Razzia gegen Reichsbürgerszene: Auch Ex-Bundeswehrsoldaten dabei

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Von Euronews  mit DPA
Festnahme in Karlsruhe
Festnahme in Karlsruhe   -  Copyright  AP Photo/Michael Probst

Bei einem Großeinsatz gegen eine mutmaßliche terroristische Vereinigung sind 25 Menschen aus der sogenannten Reichsbürgerszene festgenommen worden, die offenbar einen politschen Umsturz planten.

Zu den Verdächtigen gehören unter anderem eine ehemalige AFD-Bundestagsabgeordnete und Richterin aus Berlin, mehrere Ex-Bundeswehrsoldaten sowie ein Adliger: der Unternehmer Heinrich XIII. Prinz Reuß aus Hessen, der als einer der Rädelsführer gilt.

Es habe sich um einen durchaus gefährlichen Einsatz zum Schutz der Demokratie gehandelt, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser. "Die Ermittlungen lassen in den Abgrund einer terroristischen Bedrohung aus dem Reichsbürger-Milieu blicken. Die heute aufgedeckte mutmaßliche terroristische Vereinigung ist nach dem Stand der Ermittlungen von gemeinsame Umsturzphantasien und Verschwörungsideologien gegründet."

Vorbereitungen mit Waffen und Schießübungen

Der Verfassungsschutz rechnet der Reichsbürgerszene deutschlandweit rund 21.000 Anhänger zu. Besorgniserregend sei der militärische Hintergrund einiger der Verdächtigen, erklärt ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam. "Da sind es die ehemaligen Bundeswehrsoldaten, die Zugriff auf Waffen haben, die sehr gut ausgebildet sind, als Spezialkräfte damals.

Und grade davon, sagen die Ermittler, gehe die Gefahr aus. Da hätten die Vorbereitungen, mit Schießübungen und so weiter, auch schon begonnen. Und das ist das, warum man auch gesagt hat: Es muss jetzt hier ein Zugriff erfolgen."

Rund 3000 Polizeibeamte waren in elf Bundesländern im Einsatz. Auch in Italien erfolgte eine Festnahme. 22 der Festgenommenen wirft die Bundesanwaltschaft vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Drei gelten als Unterstützer. Mit Ausnahme einer Russin haben alle die deutsche Staatsbürgerschaft.