#DryJanuary: Was gute Vorsätze für 2023 so bringen...

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Von Euronews  mit AFP
Jetzt #DryJanuary? Nach Champagner beim Neujahrsschwimmen in Genf
Jetzt #DryJanuary? Nach Champagner beim Neujahrsschwimmen in Genf   -   Copyright  Salvatore Di Nolfi/' KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI

Unter dem Motto "Weniger Rausch, mehr Plausch" ruft in der Schweiz auch das Bundesamt für Gesundheit dazu auf, beim #DryJanuary - einem Monat Januar ohne Alkohol - mitzumachen. Einschreiben können sich alle, die dabeisein wollen, noch bis zum 15. Januar. Zu gewinnen gibt es Kinogutscheine, Eintritte in den Seilpark Bern und alkoholfreie Getränke. Eine unabhängige Studie hat ergeben, dass 2021 schweizweit insgesamt eine Million Menschen im Januar bewusst auf Alkohol verzichtet haben.

Dabei braucht niemand perfekt zu sein. Auch wer nicht gleich durchhält, kann profitieren - und nach einem kleinen Zwischenfall einfach neu anfangen.

Gesunder fühlen, Gewicht verlieren, Geld sparen

Studien aus den USA hatten herausgefunden, dass viele Menschen in der Corona-Pandemie mehr Alkohol getrunken haben als zuvor. Und schon ein Monat ohne Alkohol hat laut DryJanuaryCH einen positiven Effekt. Von denen, die es ausprobiert haben fühlen sich laut einer Untersuchung der Uni Sussex  69 % gesünder. 88 % sagen, sie  sparen Geld. 67 % haben mehr Energie. 58 % verlieren Gewicht. 54 % haben schönere Haut. 72 % konsumieren auch nach dem Januar weniger Alkohol.

Den DryJanuary gibt es in Großbritannien schon seit 2013. Doch ähnliche Ansätze gab es schon viel früher.

Ohne Alkohol wollte Finnland 1942 besser durch den Krieg gegen die UdSSR kommen

In Finnland sollte durch den Verzicht auf Alkohol im Fortsetzungskrieg (1941-1944) gegen die UdSSR ein Vorteil erzielt werden. Damals wollte die riesige Sowjetunion Gebiete vom kleinen Finnland erobern. Der Alkoholkonsum, der an die Front geschickten Soldaten wurde als ein Problem erkannt.

Die Nachrichtenagentur Finlandia wurde von der Regierung beauftragt, einen "offensiven Propaganda-Pressedienst" gegen das Trinken von Alkohol einzurichten. Die Kampagne hatte den Namen "nüchterner Januar", wie die finnische Website Viestijat berichtet.

Viele gute Vorsätze... einfacher in der Fastenzeit?

Bekanntlich werden viele zu Jahresanfang gefasste Vorsätze oft rasch wieder über Bord geworfen. Einige meinen auch, dass nach der Corona-Pandemie kein guter Moment sei, schon wieder Verzicht zu üben.

Einige Expertinnen und Experten verweisen darauf, dass der Januar mit seinen kurzen Tagen ohnehin kaum dazu geeignet ist, die Menschen bei Projekten wie mehr Sport, weniger Alkoholkonsum etc bei der Stange zu halten. 

Viele christliche Gläubige nehmen sich in der Fastenzeit mit einem Anfangsdatum - am 22. Februar 2023 - und einem Endtermin am Karsamstag - am 8. April 2023 - gemeinsame Entbehrungen vor. Dieser gemeinsame Ansatz könnte Teilnehmende besser motivieren als der anonymere DryJanuary.

Eine Forsa-Umfrage für die DAK hat herausgefunden, dass die meisten Deutschen 2023 vor allem Stress vermeiden oder abbauen und mehr Zeit mit ihrer Familie und Freunden verbringen wollen. Eine Mehrheit der Menschen will sich auch umwelt- und klimafreundlicher Verhalten, wobei dieser Vorsatz bei jüngeren Leuten noch viel beliebter ist als bei älteren. Weniger Alkohol trinken wollen der Umfrage zufolge nur 16 Prozent der Deutschen.

Gute Vorsätze für 2023 in Deutschland - laut DAK-Umfrage

Stress vermeiden oder abbauen (67 Prozent)

Mehr Zeit für Familie/Freunde (64 Prozent)

Umwelt- bzw. klimafreundlicher verhalten (64 Prozent)

Mehr bewegen/Sport (61 Prozent)

Mehr Zeit für mich selbst (54 Prozent)

Gesünder ernähren (53 Prozent)

Sparsamer sein (40 Prozent)

Weniger Fleisch essen (34 Prozent)

Abnehmen (33 Prozent)

Weniger Handy, Computer, Internet (31 Prozent)

Weniger fernsehen (20 Prozent)

Weniger Alkohol trinken (16 Prozent)

Rauchen aufgeben (9 Prozent)