Kreml baut Befehlsstruktur um: Plant Moskau eine neue Offensive?

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Von Euronews
Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem neuen Generalstabschef Waleri Gerassimow (r.)
Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem neuen Generalstabschef Waleri Gerassimow (r.)   -   Copyright  Mikhail Kuravlev/Sputnik

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Oberbefehlshaber in der Ukraine, Sergej Surowikin, nur drei Monate nach dessen Amtsantritt abgesetzt.

Stattdessen hat nun Waleri Gerassimow als Generalstabschef das Kommando über die eingesetzten Truppen übernommen. Surowikin, der für die jüngsten Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur verantwortllich war, wird sein Stellvertreter.

Wo könnte eine mögliche russische Offensive stattfinden?

Laut dem ISW, dem Institute for the Study of War, sollen Moskaus Bemühungen zur erneuten Truppenaufstockung wohl weitere Offensivoperationen ermöglichen. Es sei unwahrscheinlich, dass Gerassimow, der Russlands Angriffskrieg gebilligt hatte, sich Putins Plänen jetzt widersetzen werde.

Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass der Umbau der Befehlsstruktur ein Anzeichen für den zunehmenden Ernst der Lage sei, mit der Russland konfrontiert ist. Es sei ein klares Eingeständnis, dass Moskau hinter seinen strategischen Zielen zurückbleibe.

Die Briten gehen davon aus, dass mit der Ernennung Gerassimows eine neue russische Offensive vorbereitet werde. Doch wo könnte diese stattfinden?

Großbritannien: Russland hat keine glaubwürdige Offensivkraft in Belarus

Nach früheren Einschätzungen des ISW könnten sich Moskaus Truppen auf eine Militäraktion in der Region Luhansk vorbereiten. In den letzten Tagen gab es schwere Kämpfe in der Nähe der ostukrainischen Stadt Kreminna, wo Russland mit ziemlicher Sicherheit Teile seiner Luftlandetruppen zur Verstärkung der Frontlinie eingesetzt habe. Der Kreml hatte diesen Frontabschnitt als gefährdet eingeschätzt.

Eine Prognose des ISW war auch eine russische Invasion von Belarus aus in den Norden der Ukraine was aber ein Worst-Case-Szenario bleibe.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums sei in Belarus ein gemeinsames Manöver der Luftwaffen geplant: Die Stationierung russischer Flugzeuge in dem Land sei aber wohl eher keine Vorbereitung weiterer Militär-Operationen gegen die Ukraine.

Russland hat zwar zahlreiche Streitkräfte in Belarus stationiert, doch es sei unwahrscheinlich, dass sie eine glaubwürdige Offensivkraft darstellten.