Räumung von Lützerath: Tunnelversteck stellt Polizei vor große Herausforderung

Access to the comments Kommentare
Von euronews
Die Polizei begann am Freitag mit der Räumung der letzten Häuser, in denen sich noch Menschen aufhielten - teilweise auch auf dem Dach
Die Polizei begann am Freitag mit der Räumung der letzten Häuser, in denen sich noch Menschen aufhielten - teilweise auch auf dem Dach   -   Copyright  Associated Press

Dritter Tag der Räumung des Ortes Lützerath am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler im Rheinland.

Die Polizei sprach von weitgehend passivem Widerstand. Noch an den ersten beiden Tagen der Räumung seien vereinzelt Steine und Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte geworfen worden.

Die Bergung von zwei Personen, die sich in einem Kellergewölbe verschanzten, wurde von der Polizei als „besondere Herausforderung" eingestuft. Unter anderem ist die Frischluftzufuhr in dem Versteck unzureichend, was für die sich dort aufhaltenden Menschen gefährlich werden könnte.

Zuvor war die Räumung der letzten noch besetzten Häuser und Baumhäuser in Angriff genommen worden.

Kundgebung: Thunberg hat sich angesagt

Für diesen Samstag ist eine Protestkundgebung im nahegelegenen Keyenberg angemeldet.

Lützerath muss dem Kohleabbau weichen, die Umsiedlung der Bevölkerung begann 2006, der Abriss der ersten Gebäude erfolgte vor zwei Jahren.

Grüne uneins

Bei den Grünen sorgt Lützerath für hitzige Diskussionen. In einem offenen Brief fordern mehr als 2000 Mitglieder der Partei die unverzügliche Einstellung der Räumung des Dorfes und nahmen den grünen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sowie die Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur (ebenfalls Grüne), in die Pflicht.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, forderte von den Grünen, „ein eindeutiges Bekenntnis von Bündnis 90/Die Grünen zur Legitimität" des Polizeieinsatzes in Lützerath. "„Es kann nicht sein, dass hohe Funktionäre der Partei und Abgeordnete zu Widerstand und Protesten in Lützerath aufrufen", so Wendt.