"Hört mich jemand?" Bericht einer versuchten Rettung in Antakya in der Türkei

euronews Reporterin Anelise Borges in der Südtürkei
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Von Anelise Borges
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Die Mission der Such- und Rettungsteams durch die Trümmer in Antakya scheint endlos. Türkische Beamte beschuldigen Plünderer, falsche Informationen zu streuen, um Chaos zu erzeugen und so wertvolle Stunden zu verschwenden, in denen noch Leben gerettet werden könnte.

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Die gefährliche Mission der Such- und Rettungsteams durch die Trümmer in Antakya scheint endlos. Ein türkisches Team hat sich bereit erklärt, euronews Reporterin Anelise Borges bei einem Einsatz mitzunehmen.

Viele, die Trümmer schaufeln und nach Überlebenden suchen, sind Freiwillige ohne jegliche Erfahrung. Wo einst ein fünfstöckiges Gebäude stand, sind nur noch Trümmer übrig - und trotzdem Hoffnung, trotz aller Widrigkeiten.

"Vor etwa vier Stunden haben die Rettungsteams Geräusche gehört. Sie baten alle Anwohner auf der Straße, still zu sein. Die Motoren der Autos und Bagger sollten abgestellt werden... sie kommunizierten mit jemandem... und jetzt soll dieser Mensch endlich gerettet werden."

Anelise Borges, euronews

Mehr Teams und Gerät wurden herbeigeholt - und sogar Familienmitglieder gerufen, um die Retter durch den Bauplan zu leiten. Augenblicke später, in der entscheidenden Phase der Rettungsaktion ein Aufschrei, und dann Chaos.

Chaos wegen Falschinformationen

Rettungskräfte rennen durch die Trümmer - die Suche wird eingestellt. Bis sich herausstellt, dass es sich um einen Fehlalarm handelt.  Türkische Beamte beschuldigen Plünderer, falsche Informationen zu streuen, um Chaos zu erzeugen und so wertvolle Stunden zu verschwenden, in denen Leben gerettet werden könnte.  Aber schließlich kehren die Retter zurück, und mit ihnen die Familien. 

"Ich warte auf meinen Bruder, seine Frau und ihre Kinder. Es gibt doch Überlebende, die noch aus den Trümmern geborgen werden. Ich habe meinen Glauben noch nicht verloren."

Nurdan Yilmaz, Schwester der Vermissten

Aber das Wunder, auf das viele gehofft hatten, sollte heute Nacht nicht geschehen. Und der Schmerz, der ohnehin schon immens ist, wurde noch ein wenig größer.

Wenn Sie spenden wollen...

Caritas International, Unicef, das Deutsche Rote Kreuz und die Diakonie Katastrophenhilfe haben sich zum Aktionsbündnis Katastrophenhilfe zusammengeschlossen. Spenden können Sie über IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600 BIC: COBADEFFXXX oder im Internet.

Schon vor Ort in der Türkei hilft ISAR Germany. Für die Rettungsteams können Sie ONLINE spenden. IBAN: DE25 3702 0500 0001 1825 00 BIC: BFSWDE33xxx

Ärzte ohne Grenzen unterstützt Krankenhäuser auch in Syrien. Spenden kann man auf der Webseite oder unter IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00; BIC: BFSWDE33XXX

In Österreich gibt es NACHBAR IN NOT - Erdbebenopfer Türkei und Syrien im Internet oder unter IBAN: AT75 2011 1400 4004 4001 BIC: GIBAATWWXXX

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