"Wir hören nichts mehr": Kaum noch Hoffnung, Überlebende zu bergen

Das zerstörte Antakya in der Türkei
Das zerstörte Antakya in der Türkei Copyright Bernat Armangue/ AP
Von Julika HerzogEuronews mit dpa, AP, AFP
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Am Wochenende wurden noch vereinzelt Überlebende geretttet - nun werden immer mehr Tote gefunden.

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Genau eine Woche nach den katastrophalen Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet schwindet die Hoffnung noch Überlebende unter den Trümmern zu finden. 

Mehr als 35.000 Tote - und es werden noch mehr

Am Wochenende wurden noch vereinzelt Überlebende geretttet - nun werden immer mehr Tote geborgen. Mehr als 35 000 Menschen sind offiziell in der Türkei und Syrien als Todesopfer bestätigt worden. Es dürften noch viele mehr werden.

In der türkischen Stadt Kahramanmaraş hilft ein Fernsehteam mit einer Wärmebildkamera bei der Suche nach Lebenszeichen. In Diyarbakir werden die Trümmer mit schwerem Gerät geräumt - die Retter vermuten hier keine Überlebenden mehr. Dasselbe gilt für die Stadt Hatay , das vor einer Woche durch die zwei Erdbeben der Stärke 7,6 und 7,7 fast vollständig zerstört wurde.

"Nach den Beben hörten wir in den ersten drei Tagen noch Geräusche aus den Trümmern. Aber nun hören wir nichts, niemand lebt mehr", sagt eine Frau. 

Kaum Hilfe in Syrien- wegen Auslieferungsgenehmigungen

In Syrien sind Hilfsgüter knapp, es fehlt an allem. Beamte der UN-Nothilfe sagen, sie lassen die Menschen im Nordwesten des Landes im Stich - und diese fühlen sich zu Recht allein gelassen.

Wegen fehlender Ausliefergenehmigungen zwischen der syrischen Regierung und den von Rebellen gehaltenen Gebieten wird die UN-Erdbebenhilfe aufgehalten. Ein Problem mit Ursprung in einem Jahrzehnt Bürgerkrieg.

"Wir haben in den letzten 12 oder 13 Jahren als Zivilschutz keine neue Ausrüstung bekommen, nicht einmal Taschenlampen. Wir haben nichts. Mit der richtigen Ausrüstungen hätten wir Hunderte Opfer oder noch mehr retten können", erklärt der Leiter des Zivilschutzes in Dschabla,  Alaa Moubarak. 

Ein wenig UN-Hilfslieferungen sind durchgekommen und die schiitische Hisbollah aus dem Libanon hat einen Konvoi mit 23 Lastwagen mit Nahrungsmitteln und medizinischem Material nach Latakia geschickt. Die Provinz ist eine Hochburg des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

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