Lawrow vor G20-Gipfel: "Neokoloniale" Praktiken nicht zu akzeptieren

Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim Besich einer Ausstellung in Neu-Delhi, kurz vor dem Beginn des Außenminister-Treffens der G20
Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim Besich einer Ausstellung in Neu-Delhi, kurz vor dem Beginn des Außenminister-Treffens der G20 Copyright Russian Foreign Ministry Press Service via AP
Von Euronews mit dpa, AP
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Vor dem Beginn des G20-Gipfels in Neu-Delhi hat sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit seinen türkischen und indischen Amtskollegen ausgetauscht.

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Vor dem Beginn der G20-Gipfels in Neu-Delhi haben exilierte Tibeter:innen vor der chinesischen Botschaft protestiert. Die Stimmung vor dem zweitägigen Gipfeltreffen ist angesichts unterschiedlicher Standpunkte zum Ukraine-Krieg angespannt. Die EU vertritt ihren eigenen Standpunkt, wie der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell klar machte:

"Aus unserer Sicht ist es klar, dass der Krieg verurteilt werden muss. Russland muss damit aufhören und sich zurückziehen. So lange das nicht passiert, werden wir zwei Dinge tun: die Ukraine unterstützen und die Tür offen halten für jeglichen Ansatz, der Frieden bringen könnte."

Aus Taschkent hat US-Außenminister Antony Blinken verlauten lassen, dass er sich weder mit seinem chinesischen noch seinem russischen Amtskollegen treffen werde.

"Wir kennen alle die einfache Wahrheit, dass der Krieg morgen vorbei sein könnte. Das er heute vorbei sein könnte. Wenn Präsident Putin das entscheiden würde. Er hat ihn angefangen, er kann ihn stoppen. Es ist das gleiche Niveau, so einfach ist das. Wir sollten diese Tatsache nicht aus dem Auge verlieren. Niemand sollte vergessen, dass es hier um einen Aggressor geht. Und dass wir ein Opfer haben", erklärte Blinken.

Bei einem Treffen zwischen Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu bedankte sich Letzterer für die russische Unterstützung nach den schweren Erdbeben. Gemeinsam mit seinem indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar erklärte Lawrow, dass Russland und Indien "neokoloniale" Praktiken wie einseitige Sanktionen, Drohungen und Erpressung gegenüber souveränen Staaten nicht akzeptieren würden.

Der Auftritt Lawrows wird in Neu-Delhi mit Spannung erwartet. Beim vergangenen Außenministertreffen auf Bali in Indonesien hatte er den Gipfel nach seiner eigenen Rede verlassen.

Indien unterhält gute Beziehungen zu Russland, aber auch zu Ländern wie Deutschland. Im Ukraine-Krieg hat Indien bislang eine neutrale Position eingenommen, beteiligt sich aber nicht an westlichen Sanktionen und fordert einen Dialog der Kriegsparteien.

Indien gehört zu den Abnehmern russischen Öls, das Russland günstig an das aufstrebende asiatische Land verkauft, es bezieht auch einen Großteil seiner Militärausstattung von Russland.

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