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Frankreichs Jugend bleibt auf den Barrikaden: "Es ist alles ein Fake"

Junge Demonstrierende auf einer Demo in Paris am 30.März 2023
Junge Demonstrierende auf einer Demo in Paris am 30.März 2023 Copyright Christophe Ena/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von Anelise BorgesEuronews
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Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Frankreich wird durch die Großdemonstrationen gegen die Rentenreform eimnem Härtetest unterzogen. Die Jugend hat Emmanuel Macron endgültig als "Präsident der Alten" abgestempelt.

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Euronews-Reporterin Anelise Borges hat sich unter Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Demonstration gegen die Rentenreform in Paris gemischt und ihr Eindrücke geschildert. Hier folgt ihr Bericht.

Anelise Borges: "Die Franzosen sind wieder einmal auf der Straße, aber dieses Mal sind die jungen Leute wesentlich stärker beteiligt und, wie sie sagen, entschlossener denn je. Für sie geht es nicht nur um die Reform des Rentensystems. Es geht um die Demokratie in diesem Land und, wie sie sagen, um ihre Zukunft.

Der 23-jährige Physikstudent Mathis sagte im Demonstrationszug: "Ich glaube, die Regierung hat Angst vor der Jugend, weil sie in der Lage ist, sich zu organisieren und immer und überall präsent zu sein, um sie zu überwältigen - und das ist ganz klar unser Ziel, wir wollen diejenigen überwältigen, die uns unterdrücken wollen, diejenigen, die Verhandlungen und Kompromisse erzwingen wollen. Wir wollen sie überwältigen, um einen Wandel in der Gesellschaft herbeizuführen."

"So war es schon 1968"

Demonstrant Youri ist 22 Jahre alt und Student der Mathematik und Informatik: "Es ist wichtig, dass die Jugend sich versammelt, um den radikalen Aspekt dieser Bewegung auszulösen, damit wir jeden Tag auf die Straße gehen können, bis die Reform abgeschafft ist. Und wir sehen, dass die Jugend diese Rolle zu spielen hat. So war es 1968 und so ist es jetzt wieder."

Philippe Moreau Chevrolet ist Politischer Analyst sowie Gründer und CEO der Agentur MCBG Conseil: "Es gibt eine Parallele zum Mai 68, denn 1968 hatten wir einen alten Präsidenten, De Gaulle, der für die ältere Generation von Bedeutung war, aber nicht für die junge Generation. 

"Präsident der Alten"

Und so ist es auch bei Emmanuel Macron - er ist der Präsident der Alten, er wurde von den Senioren gewählt. Letztendlich spricht er nicht mit der Jugend. Und die Jugend kann das nicht mehr ertragen, sie kann diese Art des Regierens nicht ertragen, die distanziert und autoritär ist, und sie will ein kooperativeres, horizontales System, mehr Freundlichkeit und Fürsorge, die sie bei diesem Präsidenten nicht hat.

Die Parallele zum Mai 68 besteht darin, dass wir von einer sozialen Krise - einer Krise, die auf dem Rentenproblem beruhte - zu einer politischen Krise, einer demokratischen Krise übergegangen sind.

Das Problem von Emmanuel Macron ist, dass er wie ein junger Mensch kommuniziert, aber wie ein alter Mensch regiert - mit alten Menschen. Am Ende haben die jungen Leute verstanden, dass er weder umweltfreundlich ist, noch sensibel für ihre Probleme, noch wirklich einfühlsam... es ist alles ein Fake."

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