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"Solltet getötet und angezündet werden": Hetze und Gewalt gegen queere Menschen in Bosnien

NGOs warnen: Die LGBTQ-Community ist in der serbischen Teilrepublik Bosniens nicht sicher.
NGOs warnen: Die LGBTQ-Community ist in der serbischen Teilrepublik Bosniens nicht sicher. Copyright Czarek Sokolowski/AP
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Von Euronews
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"Ihr solltet getötet und angezündet werden." Diese Drohung riefen die Hooligans den jungen LGBTQ-Aktivist:innen bei ihren Attacken in Banja Luka zu.

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Die Republika Srpska ist einer von zwei Teilen des Staates Bosnien-Herzegowina und wird mehrheitlich von Serben bewohnt. Der Präsident dieser serbischen Teilrepublik, Milorad Dodik, macht offen Stimmung gegen Menschen der LGBTQ-Gemeinschaft.

Menschenrechtler schlagen Alarm. Die Freiheiten und Rechte von LGBTQ-Aktivist:innen seien in Gefahr. Betroffen ist auch die 21-jährige Studentin Nevena Zelenika. Sie wurde im März bei einer Demo für LGBTQ-Rechte in Banja Luka angegriffen. 

Der Schock bei der jungen Bosnierin über den Hass und die rohe Gewalt der Angreifer sitzt noch immer tief. "Ihr solltet getötet und angezündet werden" – so die Drohung der Angreifer.

"Die jungen Hooligans haben mich gepackt und mir die Regenbogenfahne aus der Hand gerissen. Das war nicht nur ein Angriff auf uns, sondern auf das offene Weltbild, für das wir in Banja Luka einstehen", sagt die junge Frau.

Das war nicht nur ein Angriff auf uns, sondern auf das offene Weltbild, für das wir in Banja Luka einstehen.
Nevena Zelenika
LGBTQ-Aktivistin

Die Hooligans wüteten auch in einem Büro von NGOs, die für die Rechte von queeren Menschen kämpfen.

Milica Pralica, Vorsitzende des Vereins "Sharp Zero", macht sich große Sorgen: "Ein junger Mann aus Tuzla wollte sich in Banja Luka den LGBTQ-Aktivist:innen anschließen. Heute lebt er als politischer Flüchtling in den USA. Während seines Engagements als Aktivist trug er ein Sicherheitsarmband. Die internationale Gemeinschaft sorgt sich um die Sicherheit der jungen Menschen – ganz anders als die Republika Srpska."

Homophobie ist auf den Straßen Bosniens nach wie vor weit verbreitet. Ein Mann in Banja Luksa meint: "Homosexualität ist eine Krankheit! Sollen sie gehen, wohin sie wollen – aber bloß nicht hier bleiben."

Ein anderer erklärt: "Ich habe nichts gegen sie, solange sie ihr Privatleben für sich behalten."

NGOs warnen: Die LGBTQ-Community sei in der serbischen Teilrepublik Bosniens nicht sicher. Schuld daran seien die Politiker – wie der Präsident Milorad Dodik, der sich immer wieder homophob äußert.

Dodik macht keinen Hehl daraus, dass er Homosexuelle in der Region nicht sehen will: "Es gibt vielleicht Orte auf der Welt, wo das normal ist. Und da können sie ja hingehen und tun, was sie wollen. Aber unsere Art zu leben ist das nicht und ich versuche, unsere Art zu leben zu schützen."

Vor Kurzem hat Dodik ein Gesetz angekündigt, das Menschen der LGBTQ-Gemeinschaft den Zugang zu Schulen in der Region verbietet. Aus der Hauptstadt Sarajevo gibt es scharfe Kritik.

Der ehemalige Außenminister Bosnien-Herzegowinas, Igor Crnadak, prangert an: "Die serbische Premierministerin zum Beispiel ist lesbisch. Wenn sie künftig in die Republika Srpska reist, darf sie dann bald keine Schulen mehr betreten, ist das richtig?“

Die Hoffnung der Aktivist:innen, eines Tages eine friedliche Pride-Parade in Banja Luka zu feiern, bleibt wohl vorerst ein ferner Traum.

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