Jesus-Hungersekte in Kenia: 89 Leichen gefunden

Polizisten am Tatort, wo die Polizei die Leichen von Opfern einer christlichen Sekte exhumiert, Shakahola am Rande der Stadt Malindi an der kenianischen Küste, 25. April 2023.
Polizisten am Tatort, wo die Polizei die Leichen von Opfern einer christlichen Sekte exhumiert, Shakahola am Rande der Stadt Malindi an der kenianischen Küste, 25. April 2023. Copyright Stringer/Copyright 2023 The AP
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Die Polizei in Kenia hat bei ihren Ermittlungen gegen eine Sekte weitere Leichen von Menchen gefunden, die sich zu Tode gehungert haben.

WERBUNG

Die Polizei in Kenia hat bei ihren Ermittlungen gegen eine Sekte weitere Leichen von Menchen gefunden, die sich zu Tode gehungert haben. Damit ist die Zahl der Todesopfer des christlichen Sektenkults auf mindestens 89 gestiegen.

Sie wurden auf dem Grundstück des Sektenführeres Paul Makenzie entdeckt. Der Pastor des Küstenorts Malindi wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft habe er seinen Anhängern gesagt, dass sie Jesus treffen würden, wenn sie bis zum Tod fasten. Medienberichten zufolge war der Pastor schon in der Vergangenheit mit radikalen Ansichten aufgefallen und stand mehrfach vor Gericht.

Kenias Regierung wolle eine Anzeige gegen den Sektenführer wegen Mordes prüfen, kündigte Innenminister Kithure Kindiki am Montag bei einem Besuch des Gebiets an. Das Rote Kreuz geht davon aus, dass bis zu 213 Menschen vermisst werden.

Bereits Mitte April hatten Behörden in Malindi einen Hinweis erhalten, dass Anhänger eines örtlichen Pastors sich in der Hoffnung, "Jesus zu treffen", in dem Waldgebiet zu Tode hungerten. Nach Hinweisen begann die Polizei, das Waldgebiet nach Massengräbern zu durchkämmen. Nach Angaben des Innenministers wird das ganze mehr als drei Quadratkilometer große Waldgebiet als Tatort gesichert.

Der Sektenführer soll ein freikirchlicher Pastor aus Malindi sein, der seit Montag vergangener Woche in Untersuchungshaft sitzt. Ihm soll das Waldstück gehören.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Wegen Lebenshaltungskosten: Opposition in Kenia ruft zu Widerstand auf

Gaza: Wie die ausländischen Helfer starben

Schüsse und Plünderungen: Zunächst keine UN-Hilfslieferungen für den Gazastreifen