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1. Baby mit 3 Eltern kommt zur Welt: Wie geht das?

Mit der Mitochondrienspende soll verhindert werden, dass in der DNA der Mutter gefundene Mutationen, die zu Erbkrankheiten führen, weitergegeben werden.
Mit der Mitochondrienspende soll verhindert werden, dass in der DNA der Mutter gefundene Mutationen, die zu Erbkrankheiten führen, weitergegeben werden. Copyright Sang Tan/AP
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Von Euronews
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Um die Weitergabe tödlicher Erbkrankheiten zu verhindern, haben Forschende in Großbritannien Wunscheltern einer Mitochondrienspende-Behandlung unterzogen. Mit dem Ergebnis, dass das jetzt geborene Kind streng genommen drei Elternteile hat.

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In Großbritannien ist das erste Kind, das drei Eltern hat, zur Welt gekommen. Im Rahmen eines Verfahrens, um unheilbare Krankheiten zu verhindern, wurde das Kind mit der DNA von drei Menschen gezeugt.

Bei der sogenannten "drei Eltern Methode", der Mitochondrienspende-Behandlung (MDT), wird Gewebe aus den Eizellen gesunder Spenderinnen verwendet, um Embryonen zu erzeugen, die frei von schädlichen Mutationen in der DNA ihrer Mütter sind.

Mitochondrien sind die winzigen Abteilungen in fast jeder Zelle des Körpers, die Nahrung in nutzbare Energie umwandeln. Defekte Mitochondrien versagen bei der Energieversorgung des Körpers und führen zu Gehirnschäden, Muskelschwund, Herzversagen und Blindheit.

Es ist nicht das erste Kind, das mit der Methode zur Welt kommt. Im Jahr 2016 kam in den USA das erste Kind jordanischer Eltern zur Welt, das die DNA von drei Personen trägt. 

Die Mutter war Trägerin des Leigh-Syndroms, einer seltenen Erbkrankheit der Mitochondriopathien, die unter anderem zu Entwicklungsverzögerungen, Atembeschwerden und Muskelschwäche führt.

Die zwei ersten Kinder der Frau waren an den Folgen des Syndroms verstorben.

Die in Großbritannien zugelassene Methode heißt Pronukleartransfer. Dabei wird sowohl der Eizelle der Mutter als auch einer Spendereizelle mit dem Sperma des Vaters befruchtet

Bevor die befruchteten Eizellen beginnen, sich in Embryonen im Frühstadium zu teilen, wird der Zellkern entfernt. Der Kern aus der befruchteten Eizelle der Spenderin wird verworfen und durch den Kern aus der befruchteten Eizelle der Mutter ersetzt.

Für das in den USA 2016 auf die "drei Eltern Methode" gezeugte Embryo entstand dagegen mit dem Spindelkern-Transfer, weil dabei kein Embyro verworfen wird, wie das Magazin New Scientist berichtete.

Dabei wurde der Zellkern aus einer Eizelle der Mutter entnommen und in eine Spendereizelle eingefügt, bei der der eigene Kern entfernt worden war. Die so entstandene Eizelle - mit der Kern-DNA der Mutter und der mitochondrialen DNA eines Spenders - wurde dann mit dem Sperma des Vaters befruchtet.

Von den fünf so gewonnenen Embryonen überlebte einer.

Über die fünf weltweit mit der Methode geborenen Kinder sind keine genaueren Informationen bekannt.

Das so entstandene Baby hat die DNA der Mutter und des Vaters sowie eine kleine Menge von der Spenderin.

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