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Kreative Solidarität in Polen: Wie ein Kurde Ukrainern hilft, Polnisch zu lernen

Deniz kommuniziert mit Angelika.
Deniz kommuniziert mit Angelika. Copyright Euronews
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Von Magdalena Chodownik
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Deniz, selbst kurdischer Einwanderer, hat zusammen mit Freunden eine Online-Lerninitiative ins Leben gerufen, die rund 3.000 Kindern unter die Arme greift. Alles begann mit dem Instagram-Profil "Polski na maxa".

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Für die rund 130.000 ukrainischen Flüchtlingskinder in polnischen Schulen ist das Lernen in der Sprache des Gastlandes eine große Herausforderung.

Deniz, selbst kurdischer Einwanderer, hat zusammen mit Freunden eine Online-Lerninitiative ins Leben gerufen, die rund 3.000 Kindern unter die Arme greift. Alles begann mit dem Instagram-Profil "Polski na maxa".

Sie müssen sich für nichts schämen

"Ich dachte mir, wenn es schon das Internet gibt, warum nicht etwas machen mit Gleichaltrigen, die sie unterrichten. Sie müssen sich für nichts schämen wie sie es vor Lehrern tun würden. 

Wir haben angefangen, die Seite "Polski na maxa" einzurichten auf Instagram, Facebook und Tik-Tok. Dann haben wir Online-Lektionen hinzugefügt. Wir starteten jeden Tag ab 17 Uhr. Wir konnten bei den Hausaufgaben für die polnische Sprache helfen. 

Am Anfang war es schwierig, mit den ukrainischen Mitschülern zu kommunizieren, aber jetzt sprechen sie nur noch Polnisch."

Deniz kam mit seinen Eltern im Alter von acht Jahren nach Polen. Auch er hatte anfangs Probleme und musste ein Schuljahr wiederholen. Aber er habe viel Hilfe bekommen. Deswegen erkannte er, wie nötig seine ukrainischen Mitschüler ebenfalls Hilfe brauchten.

"Ich brauche Hilfe mit Polnisch. Kannst du mir helfen?"

Wie einfach der Kontakt geht, demonstriert er auf seinem Laptop. Es meldet sich die Ukrainerin Angelika. "Hi! Deniz: "Wie geht es dir?" Angelika: "Gut, ganz okay. Ich brauche Hilfe mit Polnisch. Kannst du mir helfen?" Deniz: "Aber ja.."

Pädagog:innen betonen, dass es bei solchen Initiativen nicht nur um das Erlernen der polnischen Sprache geht - es hilft auch dem Selbstwertgefühl und unterstützt die Integration im neuen Land.

Gosia Cwiek von der Ocalenie Stiftung, die das Lernprojekt begleitet, sagt: "Wichtig ist auch, dass wir sie in ihren Initiativen unterstützen. Diese Basisinitiativen, um Ukrainern Polnisch beizubringen, sind vor allem deshalb so wertvoll, weil sie die Distanz verkürzen.

Wenn auf der anderen Seite des Bildschirms eine Person sitzt, die früher inderselben Lage war, die polnische Sprache gelernt hat und sie jetzt so gut beherrscht, dass sie sie jemandem beibringen kann, wenn diese Person erfolgreich war, dann bedeutet das, dass auch ich in der Lage sein werde, diese Sprache zu lernen."

Auch Gosia Cwiek spricht mit der ukrainischen Schülerin Angelika. "Jetzt, wo sich das Ende des Schuljahres nähert, wie geht es dir mit Polnisch?" Angelika: "Ich fühle mich in der Schule viel besser, weil ich angefangen habe, die polnische Sprache besser zu verstehen. Und ich kann mich besser verständigen: mit meinen Mitschülern und auch mit den Lehrern, und ich fühle mich wohler beim Lernen."

"Die Sprache der Bildung wird viel langsamer erworben"

Die ukrainischen Kinder mussten sich praktisch über Nacht an die polnische Lernterminologie anpassen. Experten betonen, dass dies eine große Anstrengung ist, die Zeit braucht.

Jedrzej Witkowski vom Zentrum für Politische Bildung betont: "Eines der Hauptprobleme ist die Sprache. Das bedeutet, dass die Kinder zwar bereits in der Lage sind, mit Gleichaltrigen zu kommunizieren.

Aber die Sprache der Bildung ist etwas ganz anderes, nämlich die Fähigkeit, die Anweisungen des Lehrers zu verstehen, aber auch die Fähigkeit, über Prismen, die Geschichte Polens, Mitose, Meiose, Physik, Biologie, Chemie zu lernen.

Diese Sprache der Bildung wird viel langsamer erworben, Forscher sagen, es braucht 2 - 3 Jahre."

Euronews Reporterin Magdalena Chodownik stellt fest, dass ukrainische Kinder, die in Polen wohnen, können in das polnische oder ukrainische Online-Bildungssystem eingeschrieben werden. "Daher sind die Kenntnisse der polnischen Sprache bei diesen jungen Menschen unterschiedlich, das nächste Schuljahr wird eine weitere große Herausforderung für sie."

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