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Rekordfund im Rotterdamer Hafen: Zoll stellt acht Tonnen Kokain sicher

Über 8000 einzelne Pakete mit Kokain wurden von den Fahnder:innen aus dem Verkehr gezogen.
Über 8000 einzelne Pakete mit Kokain wurden von den Fahnder:innen aus dem Verkehr gezogen. Copyright AFP PHOTO/NETHERLANDS CUSTOMS
Copyright AFP PHOTO/NETHERLANDS CUSTOMS
Von Euronews mit DPA
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Zollfahnder haben im Rotterdamer Hafen einen Rekordfund gemacht. Acht Tonnen Kokain waren in einem Bananen-Container aus Ecuador versteckt.

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Im Rotterdamer Hafen haben Zollfahnder mehr als acht Tonnen Kokain mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von 600 Millionen Euro sichergestellt.

8000 Pakete versteckt in einem Bananen-Container

Dabei handele es sich um die größte Einzelladung Drogen, die jemals im Hafen abgefangen wurde, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das Kokain sei in über 8.000 Paketen mit einem Gewicht von jeweils einem Kilo in einem Container mit Bananen versteckt gewesen. Der Seefrachtbehälter kam aus Ecuador.

Mittlerweile sind die gefunden Drogen vernichtet worden. Sie wurden bereits im Juli entdeckt. Wegen laufender Ermittlungen konnte der Fund jedoch erst jetzt bekannt gegeben werden. Festnahmen seien noch keine erfolgt, hieß es. 

Die bisher größte Menge an Kokain, die die Fahnder abfangen konnten, waren rund 4.500 Kilogramm im Jahr 2005.

Rotterdam ist ein wichtiger Einfuhrhafen für Drogen

Insgesamt seien große Ladungen an Kokain seltener geworden, gab die Zollfahndung an. In den vergangenen Monaten seien überwiegend kleinere Mengen sichergestellt worden. Die Ermittler schätzen, dass sie etwa 50 bis 60 Prozent der geschmuggelten Drogen im Rotterdamer Hafen abfangen.

Der Hafen in Rotterdam ist der größte in Europa – und einer der wichtigsten Einfuhrhäfen für Drogen in den Kontinent. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 47 Tonnen Drogen sichergestellt.

Florierender Drogenhandel schürt Gewalt in Europa

Einen Tag vor dem Fund in Rotterdam war ein Präsidentschaftskandidat in Ecuador, der dafür bekannt war, sich gegen Drogenkartelle und Korruption in dem südamerikanischen Land zu stellen, während einer politischen Kundgebung erschossen worden. 

Der florierende Drogenhandel in Europa schürt auch Gewalt und Korruption in der Union, meldet die EU-Agentur zur Überwachung von Drogen und Sucht in ihrem Jahresbericht vom Juni.

Dem Bericht zufolge werden in Europa Rekordmengen an Kokain beschlagnahmt: Im Jahr 2021 wurden in den EU-Mitgliedstaaten 303 Tonnen beschlagnahmt. Rotterdam und der belgische Hafen Antwerpen sind heute die wichtigsten Einfallstore für lateinamerikanisches Kokain in die EU, so der Bericht.

Die Expansion des Kokainmarktes ging mit einer Zunahme von Gewalt und Korruption in der EU einher. Der harte Wettbewerb zwischen den Drogenhändlern führte zu einem Anstieg von Morden und Bedrohungen.

Zu den Opfern in den Niederlanden gehörten in den letzten Jahren ein Anwalt, der einen Zeugen im Prozess gegen einen mutmaßlichen Drogengangster vertrat, und der Kriminalreporter Peter R. de Vries, der ein Vertrauter des Zeugen war.

Nicht näher bezeichnete Drohungen gegen die niederländische Thronfolgerin, Prinzessin Amalia, zwangen sie im vergangenen Jahr, ihr Studentenwohnheim in Amsterdam aufzugeben und ihr Studium von zu Hause aus fortzusetzen.

In Ecuador haben Drogenhändler angefangen, die Küstenhäfen des Landes zu nutzen, und eine seit Jahrzehnten nicht gekannte Welle der Gewalt ausgelöst. Rivalisierende Banden kämpfen dort um die Kontrolle.

Im vergangenen Monat wurde der Bürgermeister der Hafenstadt Manta erschossen. Am 26. Juli verhängte Präsident Guillermo Lasso den Ausnahmezustand über zwei Provinzen und das Strafvollzugssystem des Landes, um die Gewalt einzudämmen.

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