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Lula fordert auf Amazonas-Gipfel: "Mutter Natur braucht Geld"

Lula auf dem Amazonas-Gipfel
Lula auf dem Amazonas-Gipfel Copyright AP Photo/Eraldo Peres
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Von Euronews mit DPA/AFP
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Die Amazonas-Anrainer fordern von den Industriestaaten, wie versprochen 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr für Klimaschutz in Entwicklungsländern bereitzustellen. Auf einen kollektiven Abholzungsstopp ab 2030 konnten sie sich ncht einigen.

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Brasiliens Präsident Lula da Silva hat zum Abschluss des Amazonas-Gipfels in Belém die reichen Natonen aufgefordert, ihre Versprechen im Kampf gegen den Klimawandel einzuhalten.

Auf ihrem ersten Treffen seit 14 Jahren bekräftigten die Amazonas-Anrainer, den Kampf gegen die Abholzung der Regenwälder verstärken zu wollen. 

Die Teilnehmer des Gipfels - die Amazonasländer Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru, Surinam und Venezuela sowie die eingeladenen Länder Demokratische Republik Kongo, Kongo-Brazzaville, Indonesien und St. Vincent und die Grenadinen - erteilten den wohlhabenden Ländern eine strenge Rüge.

Sie forderten von den Industriestaaten, wie versprochen 100 Milliarden US-Dollar (etwa 91 Milliarden Euro) pro Jahr für Klimaschutz in Entwicklungsländern bereitzustellen.

Nicht nur Geld für die "Pflege der Baumkronen"

"Wir bringen unsere Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass die Industrieländer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen", Darunter eine jährliche Hilfe in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und eine jährliche Klimafinanzierung in Höhe von 100 Milliarden Dollar für die Entwicklungsländer, so die Teilnehmer in einer gemeinsamen Erklärung.

Lula versprach, dass die Länder im Dezember zu den Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen fahren und "der reichen Welt sagen werden, dass sie das Geld aufbringen müssen, wenn sie wirklich das retten wollen, was von unseren Wäldern noch übrig ist".

"Wir gehen zur COP28 mit dem Ziel, der reichen Welt zu sagen, dass sie, wenn sie die vorhandenen Wälder effektiv erhalten wollen, nicht nur Geld für die Pflege der Baumkronen bereitstellen müssen, sondern auch für die Menschen, die darunter leben und arbeiten wollen."

"Es geht nicht darum, dass Brasilien Geld braucht. Es ist nicht so, dass Kolumbien oder Venezuela Geld bräuchten. Mutter Natur braucht Geld, sie braucht Finanzierung, weil die industrielle Entwicklung sie in den letzten 200 Jahren zerstört hat", so Lula weiter.

Kein kollektiver Abholzungsstopp ab 2030

In der Abschlusserklärung mit 113 Punkten beschlossen Amazonas-Anrainer eine Allianz zur Bekämpfung der Waldzerstörung. Eine gemeinsame Vereinbarung zur Beendigung der Rodungen blieb jedoch aus. Kritiker bemängelen, dass verbindliche Ziele fehlten, die illegale Abholzung im Amazonasgebiet bis 2030 zu stoppen und neue Ölbohrungen zu verbieten, wie es Klimaschützer und indigene Gruppen gefordert hatten.

Nur Kolumbien und Brasilien wollten sich verpflichten, ab 2030 jegliche Abholzung zu stoppen.

"Die Erklärung enthält keine klaren Maßnahmen, um auf die Krise, mit der die Welt konfrontiert ist, zu reagieren. Es gibt keine Ziele oder Fristen für die Beendigung der Entwaldung, und es wird auch nicht erwähnt, dass die Ölförderung in der Region eingestellt werden soll", sagte der Direktor von Greenpeace Brasilien, Leandro Ramos. 

"Ohne diese Maßnahmen werden die Amazonasländer nicht in der Lage sein, ihre derzeitige räuberische Beziehung zum Wald, seiner biologischen Vielfalt und seinen Bewohnern zu ändern."

Amazonas gefährlich nah am Kipppunkt

Das riesige Amazonasgebiet beherbergt schätzungsweise 10 Prozent der biologischen Vielfalt der Erde, 50 Millionen Menschen und Hunderte Milliarden von Bäumen und ist eine wichtige Kohlenstoffsenke.

Wissenschaftler warnen jedoch, dass seine Zerstörung ihn gefährlich nahe an einen Kipppunkt bringt, über den hinaus die Bäume absterben und Kohlenstoff freisetzen würden, anstatt ihn zu absorbieren - mit katastrophalen Folgen für das Klima.

Die südamerikanischen Staats- und Regierungschefs haben sich darauf geeinigt, eine Allianz gegen die Zerstörung des Amazonasgebiets zu gründen, konnten sich aber in Fragen wie einem Zeitplan für die Beendigung der Abholzung und der Ölförderung nicht einigen.

Die Debatte findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Brasilien die Erschließung neuer Offshore-Ölfelder an der Mündung des Amazonas ins Auge fasst und Ecuador in diesem Monat ein Referendum über den Stopp von Bohrungen in einem strategischen Ölfeld im Yasuni-Reservat anstrebt.

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