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Japan leitet Fukushima-Kühlwasser ins Meer

Kühlwassertanks im AKW Fukushima
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Von Julika Herzog mit dpa, AFP, AP
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Japan hat damit begonnen, das gefilterte und verdünnte radioaktive Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer zu leiten.

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Der Betreiberkonzern Tepco pumpte den ersten Schub des aufbereiteten Wassers in einen hierfür in den Pazifik gebauten, einen Kilometer langen Tunnel. 

Gut zwölf Jahre nach dem Super-Gau in dem AKW müssen die zerstörten Reaktoren weiter mit Wasser gekühlt werden - inzwischen haben sich in Tanks mehr als 1,3 Millionen Tonnen Kühlwasser gesammelt.

Kein Platz mehr für Kühlwasser

Japan begründet die umstrittene Maßnahme damit, dass bald kein Platz mehr für die Tanks sei und dadurch die Stilllegungsarbeiten an der Atomruine behindert würden. Zudem drohe eine langfristige Lagerung auf dem Gelände die Stilllegungsarbeiten an der Atomruine zu behindern. Auch könnten Lecks entstehen.

Die Verklappung der riesigen Wassermengen wird voraussichtlich etwa 30 Jahre in Anspruch nehmen. Vor der Einleitung in den Pazifik wird das belastete Kühlwasser zwar aufbereitet, das Filtersystem kann das radioaktive Isotop Tritium aber nicht herausfiltern.

Tepco verdünnt das Wasser daher so weit mit Meerwasser, dass die Tritiumkonzentration auf 1500 Becquerel pro Liter sinkt, was weniger als einem Vierzigstel der nationalen Sicherheitsnorm entspreche.

Empörung im In- und Ausland

Das sehen viele kritisch: Japan verdünne das Kühlwasser einfach solange mit Meerwasser bis entsprechende Grenzwerte eingehalten würden, so die Ärzteorganisation IPPNW. Die Gesamtmenge an radioaktiven Eintrag ins Meer bleibe dabei aber erhalten und sei ein anhaltendes Gefahrenpotenzial, so IPPNW-Arzt Jörg Schmid.

Die Empörung im In- und Ausland ist groß: Umweltschützer, aber auch Anwohner und insbesondere Japans Fischer protestieren gegen das Vorgehen der japanischen Regierung. Auch bei den Nachbarstaaten sorgte die Entscheidung für Ärger. China reagierte wütend und stoppte die Einfuhr von Fischereiprodukten aus Japan.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte der Verklappung zugestimmt - die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien "vernachlässigbar".

Im AKW Fukushima Daiichi war es am 11. März 2011 in Folge eines schweren Erdbebens und gewaltigen Tsunamis zu mehreren Kernschmelzen gekommen. Die zerstörten Reaktoren müssen seither weiter mit Wasser gekühlt werden, das in mehr als 1000 Tanks aufgefangen wird - inzwischen haben sich dort 1,34 Millionen Tonnen Kühlwasser gesammelt.

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